Titel: Ueber die Löslichkeit der Kohlensäure in Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 7 (S. 330–331)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi07_7

Ueber die Löslichkeit der Kohlensäure in Wasser.

Um das Eigengewicht der in Wasser gelösten Kohlensäure zu bestimmen, hat A. Blümcke (Annalen der Physik, 1884 Bd. 23 * S. 404) trockene Kohlensäure in ein Rohr gepumpt; dann wurde destillirtes Wasser eingepreſst. Um dabei die Absorption möglichst groſs zu machen, wurde der Wasserstrahl durch eine äuſserst feine Oeffnung eingespritzt, welche so angebracht war, daſs der Strahl in einer Entfernung von ungefähr 2mm vom obersten Theile des Rohres dasselbe der ganzen Länge nach durchsetzen muſste. Nach dem Einpumpen von je 100cc Wasser wurden Druck und Temperatur abgelesen, aus diesen und dem nicht mit Wasser gefüllten Volumen des Rohres die nicht absorbirte Kohlensäuremenge berechnet, womit dann sofort der Gehalt der Lösung bekannt war. Das specifische Gewicht der erhaltenen Lösung wurde durch eingeschlossene Schwimmer bestimmt. Von den mitgetheilten Ergebnissen mögen nur folgende angeführt werden:

|331|
Vol. CO2 auf
1 Vol. Wasser

Anfangsdruck

Enddruck
Temperatur
im Mittel

Spec. Gew.
1,6 2,5 2,1 2,7 1,00065
1,8 2,7 2,0 2,8 1,00075
4,7 5,3 4,9 3,0 1,00218
5,3 5,9 5,7 2,9 1,00225
7,8 7,9 8,1 3,0 1,00330
10,7 10,9 11,1 2,8 1,00451
12,5 13,0 13,6 3,7 1,00481
13,3 14,1 14,2 2,7 1,00530
14,0 14,5 14,9 3,8 1,00539
15,3 15,5 16,2 4,3 1,00580
16,4 17,1 18,0 2,6 1,00571
20,3 21,1 25,1 4,0 1,00792
21,1 22,3 26,3 3,5 1,00809
24,5 26,3 30,1 3,1 1,01012
25,2 27,0 31,5 3,4 1,00974
32,0 32,3 36,6 4,5 1,01170
33,4 34,3 36,6 3,1 1,01181
34,6 35,9 36,8 4,5 1,01253

Für praktische Zwecke, z.B. Mineralwasserfabrikation, wird man daher annehmen dürfen, daſs bei diesen Temperaturen unter den verschiedenen Drücken das Wasser gleiche Raumtheile Kohlensäure löst, da unter den vorliegenden Versuchsbedingungen doch kaum eine völlige Sättigung des Wassers erzielt ist. Es scheint danach, daſs die Kohlensäure im Wasser nicht als Gas, sondern als Flüssigkeit zu betrachten ist.

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