Titel: Verfahren zur Herstellung von reinem Schwefelwasserstoff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 11 (S. 519–520)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi11_11

Verfahren zur Herstellung von reinem Schwefelwasserstoff.

E. Divers (Chemical News, 1884 Bd. 50 S. 233) leitet gewöhnlichen Schwefelwasserstoff in ein Gemenge von Wasser mit Magnesiumhydrat, so daſs sich |520| Schwefelmagnesium bildet. Beim Erwärmen dieser Lösung auf 60° entweicht reines Schwefelwasserstoffgas.

Einfacher noch ist der Vorschlag von F. Gerhard (Archiv der Pharmacie, 1885 Bd. 223 S. 384), durch Vermischen von Schwefelcalcium oder Schwefelalkalien mit schwefelsaurem Magnesium oder Chlormagnesium Magnesiumhydrosulfid zu bilden. Erwärmt man diese Lösung über einer Gasflamme oder durch Einstellen des Gefäſses in heiſses Wasser, so beginnt alsbald eine sehr gleichmäſsige Entwickelung von reinem Schwefelwasserstoff. Dieselbe fängt bei etwa 60° an, die Temperatur steigt allmählich höher und bei etwa 95° ist die Entwickelung nahezu beendigt. Man hat es vollständig in der Hand, sie schneller oder langsamer vor sich gehen zu lassen, je nachdem man stärker oder schwächer erwärmt. Ein Ueberschäumen oder eine stoſsweise stürmische Entwickelung ist nicht zu befürchten. Am bequemsten und vortheilhaftesten würde die Anwendung des Schwefelcalciums sein, wie dieses im Handel zu auſserordentlich billigem Preise zu haben ist. Leider ist dasselbe aber nicht verwendbar, weil es sehr unrein ist und so viel Unlösliches enthält, daſs die Entwickelung des Gases dadurch gehemmt wird. Dagegen eignet sich ein durch Glühen von Gyps mit Kohle dargestelltes Schwefelcalcium sehr gut. Man übergieſse 1 Th. desselben mit 3 Th. Wasser und füge 3 Th. krystallisirtes Chlormagnesium zu. Will man Kalium- oder Natriumhydrosulfid verwenden, so sättige man eine Lösung von 1 Th. Aetzkali oder Aetznatron in 3 bis 5 Th. Wasser mit gewöhnlichem Schwefelwasserstoff, füge das doppelte des angewendeten Kali oder Natron, Bittersalz oder Chlormagnesium hinzu und erwärme gelinde.

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