Titel: Verfahren zur Behandlung von Knochenkohle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 9 (S. 519)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi11_9

Verfahren zur Behandlung von Knochenkohle.

Wenn man nach P. Degener in Berlin und J. Lach in Magdeburg (D. R. P. Kl. 12 Nr. 31358 vom 6. Juni 1884) frisch ausgeglühte Knochenkohle mit so viel Wasser befeuchtet, als sie eben zu absorbiren im Stande ist, und nun längere Zeit an der Luft und am Licht liegen läſst, so bilden sich unter dem Einflüsse des letzteren und durch die Verdunstung des Wassers von der höchst porösen Masse in ganz kurzer Zeit, schon nach 2 bis 3 Minuten, nachweisbare Mengen von Wasserstoffsuperoxyd. Die so behandelte Kohle soll ein auſserordentliches Reinigungsvermögen zeigen, so daſs man mit geringeren Mengen eine bessere Wirkung erzielt als bisher.

Die Reinigung gebrauchter Kohle kann man einerseits selbstthätig durch Lagern am Lichte in feuchtem Zustande, andererseits auf gewöhnliche Weise vollziehen, in welch letzterem Falle aber dieselbe deshalb leichter vor sich gehen wird, weil die absorbirten Substanzen vermöge des gebildeten Wasserstoffsuperoxydes schon hoch oxydirt sind. Für die Zwecke der Praxis empfiehlt sich eine 48 Stunden dauernde Belichtung in 6 bis 8cm hoher Schicht unter öfterem Besprengen und Umschippen.

Wenn man an Stelle von Wasser zur Besprengung von Knochenkohle und ähnlichen Substanzen (auch Kokes) alkalische Flüssigkeiten (besonders Kalkmilch) verwendet, so entstehen anstatt Wasserstoffsuperoxyd die Superoxyde der Alkalien bezieh. Erdalkalien. Durch bloſse Belichtung der Kohle an der Luft soll auſser Wasserstoffsuperoxyd Ozon entstehen.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: