Titel: Le Boulengé's Petarde zur Controle der Fahrgeschwindigkeit von Eisenbahnzügen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 256/Miszelle 6 (S. 565)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj256/mi256mi12_6

Le Boulengé's Petarde zur Controle der Fahrgeschwindigkeit von Eisenbahnzügen.

Auf den belgischen Staatsbahnen und der „Grand Central“, desgleichen auf der französischen Westbalm wird eine Petarde benutzt, um die Fahrgeschwindigkeit der Züge an solchen Stellen zu controliren, an welchen dieselben eine gewisse Geschwindigkeit nicht überschreiten sollen. Die von P. Le Boulengé angegebene sogen. Dromo-Petarde besteht nach dem Portefeuille économique des machines, 1885 Bd. 10 * S. 80 zunächst aus einem Secundenpendel, dessen Schwingungsebene senkrecht zum Geleise liegt. Dasselbe ist an dem nach dem Geleise hin liegenden Ende seines Schwingungsbogens an einem zweiarmigen Hebel eingehakt und wird ausgehakt, wenn das erste Rad des vorübergehenden Zuges auf den Hebel wirkt. Die Petarde ist in der Zugrichtung um die vom Zuge in 1 Secunde durchlaufene Weglänge – bei 30km stündlicher Geschwindigkeit z.B. um 8m,33 – von dem Pendel entfernt. Die Petarde ist an einem einarmigen, um eine lothrechte Achse drehbaren Hebel befestigt und eine auf den Hebel wirkende Feder strebt dieselbe in eine Lage neben der Schiene zu versetzen. Mittels eines in geeigneter Weise bis zum Pendel hin geführten Drahtes kann der Hebel so weit gedreht werden, daſs die Petardegerade über der Schiene liegt, und dann wird der Draht an einer Schiene eingehakt, von welcher derselbe von dem schwingenden Pendel ausgehakt wird, wenn dieses nach dem Aushaken einen Schlag vollendet hat; erst dann wird somit die Petarde von der Schiene weggezogen. Fährt also der Zug mit zu groſser Geschwindigkeit, so erreicht derselbe die Petarde, bevor letztere von der Schiene weggezogen ist, und bringt die Petarde zur Explosion, so daſs die Ueberschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit hiermit angekündigt wird.

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