Titel: Versetzbarer Speicher für Heu u. dgl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258 (S. 440–441)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/ar258151

Versetzbarer Speicher für Heu u. dgl.

Mit Abbildungen auf Tafel 29.

Zum Aufbewahren von Heu u. dgl. unter starker Pressung bringen Bayliss, Jones und Bayliss in Wolverhampton ganz aus Eisen hergestellte Speicher zur Ausführung, welche dadurch eine vollkommene Feuersicherheit bieten und durch die starke Pressung des Materials bei vollkommenem Luftabschlusse den Futterwerth desselben sichern, wie auch eine bedeutende Menge fassen können. Ein solcher Speicher war, wie im Engineering, 1885 Bd. 40 * S. 76 bezieh. Iron, 1885 Bd. 26 * 8. 193 berichtet ist, auf der Agricultural Show zu Preston 1885 ausgestellt und ist die Zusammensetzung desselben in Fig. 13 bis 15 Taf. 29 veranschaulicht.

Die 3m hohen Seitenwände A werden aus galvanisirten Eisenblechen hergestellt, welche von dieser Höhe und 0m,6 breit sind und, wie in Fig. 13 besonders ersichtlich gemacht, durch senkrechte -Eisen O verbunden und gehalten werden. An die Bleche N legen sich an beiden Seiten der -Eisen die Winkeleisen S und an diese wieder die Querriegel Q, welche die -Eisen aus einander halten und eine Stütze gegen das Ausbiegen der Bleche N bieten. Durch die Winkeleisen und den Mittelsteg der -Eisen hinter die Riegel Q getriebene Keile T sichern die ganze Verbindung, welche somit ohne Hilfe von Schrauben erzielt ist. Die innere Seite der -Eisen ist gewölbt und die vier Ecken des Speichers werden aus rund gebogenen stärkeren Blechen hergestellt, um im Inneren des Speichers scharfe, die Zusammenpressung des Materials hindernde Vorsprünge und Ecken zu vermeiden. Zwischen die -Eisen und Bleche N ist eine Dichtung P eingelegt, um den Eintritt von Luft und Regenwasser in das Heu o. dgl. zu verhindern. An zwei oder mehr Stellen in der Länge des Speichers sind die -Eisen doppelt und in der Höhe verlängert und tragen oben Rollen, über welche die Ketten M gelegt sind, an denen das gebogene Wellblechdach L angehängt ist. Am anderen Ende dieser Ketten können auch Gegengewichte angebracht werden, so daſs das ganze Dach beim Füllen des Speichers leicht zu heben und dann niederzulassen ist. Der Speicher bedarf zu seiner Aufstellung keines Grundmauerwerkes; nur werden an den Stellen der doppelten -Eisen einfache Guſsböcke E in den Boden gelassen und die Bodenfläche U in dem Speicher mit Holzbohlen oder gebrannten Ziegeln ausgelegt.

Die Vorrichtung zum Zusammenpressen der Speicherfüllung zeichnet sich dadurch aus, daſs Säulen und Ketten im Inneren des Speichers zur |441| Führung der Preſsdecke vollständig umgangen sind. Nach der Füllung des Speichers wird das Heu o. dgl. mit dicht schlieſsenden Bohlen V abgedeckt und auf diese die Preſsbäume B gelegt. Dieselben tragen an ihren Enden je zwei Rollen R1 und R2 und die unteren Böcke E besitzen gleichfalls je eine solche Rolle R. Die mit einem Gewichte versehene Kette G ist so über diese Rollen gelegt, daſs dieselbe, nachdem das eine Ende an dem Bocke E befestigt ist, nach oben über die eine Rolle R1, dann über die untere Rolle R und schlieſslich über die zweite obere Rolle R2 hängt. Auf diese Weise ist ein Flaschenzug gebildet, welcher den vierfachen Druck des Belastungsgewichtes auf ein Ende des Preſsbaumes ergibt. Beim Zusammendrücken des Heues sind für den Eintritt der Preſsbäume in die Speicherwandung A Aussparungen J in derselben vorhanden. Ist die Pressung so weit vorgeschritten, daſs die Bäume in diesen Aussparungen aufsitzen, so werden die Bäume gehoben und zwischen sie und die Bohlendecke Rahmen H eingelegt, worauf das Gewicht an der Kette G von neuem wirken kann; die Ketten sind dabei durch Umhängen des festen Punktes an den Böcken E beliebig lang oder kurz zu machen.

Die Fassung eines solchen Speichers wird bei 4m,85 Länge und 3m Breite zu 35t angegeben.

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