Titel: Alley und Jamieson's elektrischer Regulator.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258 (S. 451–452)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/ar258154

Alley und Jamieson's elektrischer Regulator für Dynamomaschinenbetrieb.

In ihrem Regulator für Dampfmaschinen, welche Dynamomaschinen treiben, bewirken Andr. Jamieson und Steph. Alley die Regelung des |452| Dampfzutrittes mit Hilfe der Foucault'schen Ströme, welche ein Zweig des von der Dynamomaschine gelieferten Stromes in einer Kupferscheibe erregt. Die Kupferscheibe läuft an zwei gegenüber stehenden Stellen zwischen den Polen je eines Paares von Elektromagneten, welche ein Zweig des Stromes der Dynamomaschine mit durchläuft; sie sitzt lose auf einer Achse, welche mittels eines Schnurlaufes von der Achse der Dynamomaschine getrieben wird, und wird mit ihrer Achse durch eine sich um die Achse wickelnde und mit einem Ende an der Achse, mit dem anderen an der Scheibe befestigte Spiralfeder verbunden. Die Nabe der Scheibe ist auf ihrer Auſsenfläche mit einem Schraubengewinde versehen, dessen Muttergewinde im Inneren eines Muffes sich befindet. Während die Scheibe durch einen Ring an einer Längs Verschiebung auf der Achse verhindert ist, läſst sich der Muff ein wenig hin und her auf der Achse verschieben; geschieht dies, so bringt der Muff die eine oder die andere von zwei an demselben angebrachten kegelförmigen Reibungsscheiben mit einer dritten solchen Scheibe in Berührung, von deren lothrechter Achse jede Drehung durch ein Schneckenrad auf die Achse der Drosselklappe übertragen wird.

Brennen nun sämmtliche Lampen, so findet die Kupferscheibe in den beiden magnetischen Feldern einen der Stromstärke proportionalen Widerstand, welcher eine gewisse Spannung der die Drehung auf die Scheibe übertragenden Spiralfeder verursacht. Werden nun mehrere der Lampen ausgelöscht, so wird plötzlich der den Elektromagneten zugeführte Zweigstrom stärker, zugleich aber auch die Umlaufsgeschwindigkeit der Dynamomaschine gröſser; aus beiden Ursachen werden die Foucault'schen Ströme in der Kupferscheibe stärker und der Widerstand, welchen sie in den magnetischen Feldern findet, gesteigert; die Scheibe bleibt daher so lange hinter ihrer Achse zurück, bis die Spannung der Spiralfeder auf den dem jetzigen Widerstände gleichen Betrag sich gesteigert hat; der von der Achse unverändert mitgenommene Muff wird dadurch auf der Achse ein Stück verschoben, eine Reibungsscheibe auf demselben tritt mit der auf der lothrechten Achse in Berührung und der Dampfzutritt wird um einen bestimmten Betrag verkleinert. Beginnt darauf in Folge des verminderten Dampfzutrittes die Scheibenachse sich langsamer zu drehen, so eilt die Kupferscheibe zufolge ihrer Trägheit ein wenig vor, bringt dadurch die Reibungsscheiben wieder auſser Berührung, die Drosselklappe aber bleibt in der ihr kurz vorher ertheilten Stellung. Werden wieder mehr Lampen entzündet, so treten die entgegengesetzten Erscheinungen auf und der Dampfzutritt wird vergröſsert.

Dieser Regulator hat sich nach Engineering, 1885 Bd. 39 * S. 31 bei Versuchen am Bord des Dampfers Thistle gut bewährt.

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