Titel: Ueber Chlorozon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 15 (S. 48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi01_15

Ueber Chlorozon.

L. Storch (Berichte der österreichischen chemischen Gesellschaft, 1885 S. 102) erhielt eine Flasche mit der Aufschrift: „Chlorozone seule eau de javelle concentrée garantie pure, exempte de chaux et de fer. Fabrique à Paris“, welche mit einer gelblich gefärbten, öligen Flüssigkeit von stark alkalischer Reaction und eigenthümlichem Gerüche gefüllt war. Das specifische Gewicht betrug 1,250 bei 15°. 100cc derselben enthielten:

NaCl 13,2148g
NaClO 10,8739
NaClO3 0,7350
NaOH 8,0894
Na2SO4 1,2392

Das sogen. Chlorozon unterscheidet sich von der Jarelle'schen Lauge somit nur durch den Gehalt an freiem Alkali. Bleichversuche zeigten, daſs die bleichende Wirkung eine weniger kräftige ist als die der gewöhnlichen Chlorsoda (durch Zersetzung von Chlorkalk mit Soda gewonnen), die gleiche Menge wirksamen Chlores vorausgesetzt, das Bleichen mit Hilfe dieses Mittels längere Zeit erfordert, woraus das Geschontwerden der Faser erklärlich wird. Diese Beobachtungen stehen im Einklänge mit der Analyse, indem es bei der gebräuchlichen Art der Bleichung der Kohlensäure überlassen wird, die Unterchlorigsäure frei zu machen, und diese bei Anwendung von Chlorozon anfangs von dem freien Alkali in Anspruch genommen wird, somit erst nach Absättigung des letzteren zur vollen Wirkung gelangt. Thatsächlich konnten dieselben Wirkungen wie mit Chlorozon auch mit der Chlorsoda erzielt werden, sofern dieser ein entsprechender Zusatz an freiem Alkali ertheilt wurde. Das Alkali ist es auch, was das Chlorozon zum Bleichen von Wäschestücken geeignet erscheinen läſst, da durch dasselbe dem Stoffe die letzten Reste von Fett und Seife entzogen werden, während sich gleichzeitig das Bleichen vollzieht.

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