Titel: Fritts' Selenium-Batterie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 3 (S. 44–45)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi01_3

Fritts' Selenium-Batterie.

C. E. Fritts in New-York hat beobachtet, daſs Seleniumzellen bestimmter Construction durch die Wirkung der Lichtstrahlen auch einen elektrischen Strom zu erzeugen vermögen. Es handelt sich dabei nicht um einen thermo-elektrischen |45| Strom, weil dunkele Wärmestrahlen unwirksam sind. Die an C. E. Fritts und D.H. Hopkinson in England patentirte Zelle besteht nach Engineering, 1885 Bd. 39 S. 398 aus einer steifen metallenen Deckplatte, z.B. Messing, auf welche eine dünne Lage Selenium gepreſst ist; über diese Lage kommt noch eine dünne Haut aus Gold oder Silber oder Platinfolie. Diese Haut ist so dünn gewählt, daſs sie das auffallende Licht durchläſst. Die äuſseren Metalle bilden die Elektroden der Zelle und zwar die Folie gewöhnlich die positive; durch letztere tritt der Strom in die Zelle ein. Auf alle Fälle geht das auffallende Licht quer durch das Selenium und dieses Zusammenfallen der Lichtrichtung und der Stromrichtung macht nach Fritts' Meinung die Zelle so überaus empfindlich, daſs sie nicht nur selbst einen Strom zu erzeugen vermag, sondern auch bei ihrer Benutzung als gewöhnliche Seleniumzelle durch das Licht eine weit gröſsere Verminderung des elektrischen Widerstandes erfährt als ältere Zellen, bei denen das Licht durch das Selen unter rechtem Winkel zur Stromrichtung geht. Das Selen muſs möglichst rein sein. Die von Fritts gewöhnlich hergestellte Zelle hat 50mm × 63mm Fläche und 1/40 bis ⅛mm Dicke. Die Goldhaut wird mittels Alkohol befestigt oder galvanoplastisch niedergeschlagen. Fritts hat weiter gefunden, daſs die Zelle, während sie bei Benutzung einer Leclanché'schen Batterie sehr empfindlich ist, bei Verwendung einer Bichromatbatterie weit unempfindlicher ist. Noch empfindlicher aber ist die Zelle gegen das Licht, wenn anstatt eines galvanischen Stromes der Strom benutzt wird, welcher in einer dieser photo-elektrischen Zellen erregt wird. Die Goldhaut wird gewöhnlich als Anode benutzt, weil da die Zelle ebenfalls empfindlicher ist als bei der entgegengesetzten Stromrichtung. Die Zelle kann ferner geringen Widerstand und geringe Empfindlichkeit gegen das Licht besitzen oder hohen Widerstand und groſse Empfindlichkeit und läſst sich oft durch absetzende oder Wechselströme aus dem ersten Zustande in den zweiten versetzen. Auch photophonische und telephonische Erscheinungen hat Fritts an seiner Zelle beobachtet.

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