Titel: Verfahren zur Verarbeitung von Cölestin und Schwerspath.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 7 (S. 46)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi01_7

Verfahren zur Verarbeitung von Cölestin und Schwerspath.

Nach F. Konther in Bredow (D. R. P. Kl. 75 Nr. 31356 vom 13. April 1884) werden Schwerspath, Cölestin oder auch Gyps in geschmolzenes Chlornatrium oder Chlorkalium eingetragen. Sobald sich die Unreinigkeiten zu Boden gesetzt haben, zieht man die klare Schmelze ab, läſst möglichst rasch erkalten und laugt die Chloralkalien mit Wasser aus. Die so erhaltenen Sulfate sind so fein vertheilt, daſs sie sich einerseits besonders leicht zu chemischen Umsetzungen jeder Art, Behandeln mit kohlensaurem Alkali, kohlensaurem Ammon u.a.m., eignen, daſs sie andererseits aber auch für die Verwendung als Farbmaterialien, zur Herstellung von Stuck u. dgl. besonders geeignet erscheinen.

Zur Umwandlung der Sulfate in Oxyde schmilzt man obige Schmelze mit Kohlengruſs zusammen unter gleichzeitigem Einleiten von Wasserdampf. Oder man erhitzt sie in den Bessemerbirnen ähnlichen Apparaten unter Einführung von Wasserdampf und reducirenden Gasen, bis kein Schwefelwasserstoff mehr entweicht. Dasselbe wird verbrannt und zur Herstellung von Schwefelsäure verwendet, während die Schmelze mit kaltem Wasser ausgezogen wird, wobei Barium- oder Strontiumhydrat zurückbleibt. Die geringen Mengen in Lösung gegangener Hydrate können mit Kohlensäure ausgefällt und so gewonnen werden. Die Alkalichloridlaugen werden eingedampft und stets wieder verwendet. Zur Erleichterung der Reaction kann schlieſslich die Wirkung der reducirenden Gase wie des Wasserdampfes durch eine Beimengung von metallischem Eisen, Mangan, Kupfer oder Zink bezieh. deren Oxyden unterstützt werden. (Vgl. Moody 1885 255 87.)

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