Titel: Das Bleichen der Wolle mit Wasserstoffsuperoxyd.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 15 (S. 96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi02_15

Das Bleichen der Wolle mit Wasserstoffsuperoxyd.

Nach C. H. Löbner (Deutsches Wollengewerbe, 1885 S. 485) muſs die zum Bleichen mit Wasserstoffsuperoxyd bestimmte Wolle rein gewaschen sein. Verdünnt man das käufliche Wasserstoffsuperoxyd mit 10 Th. Wasser, so genügt ein Aufenthalt der Wolle von 30 bis 40 Minuten im Bleichbade. Die Wolle muſs genügend Spielraum in der Kufe haben, um leicht bewegt werden zu können, da dies den Bleichprozeſs beschleunigt. Bei 15 facher Verdünnung muſs man die Wolle etwas länger, etwa 1 Stunde im Bade verweilen lassen. Die dem Bleichbade entnommene Wolle setzt an der Luft, so lange sie noch feucht ist, den Bleichprozeſs fort und empfiehlt es sich deshalb, dieselbe nicht zu schnell abzutrocknen. Wo es die Einrichtung zuläſst, trockne man im Freien unter Einwirkung der Sonne, dann erhält man das schönste Ergebniſs. Zu groſse Hitze im Trockenraume ist besser zu vermeiden.

Arbeitet man mit verdünntem Bleichwasser, so kann man die geringe Menge Indigocarmin, welche zur Erzeugung eines reinen Weiſs nothwendig ist, dem Bleichbade unmittelbar hinzufügen. Verwendet man dagegen concentrirtes Bleichwasser, so muſs man auf einem besonderen Bade abtönen, weil jenes sehr bald auch den Indigo entfärbt. Ohne Indigo aber erhält man auch mittels Wasserstoffsuperoxyd kein wirkliches Weiſs auf Wolle, weil gebleichte Schafwolle noch nicht weiſs ist. Bei stark gelben Wollen thut man gut, dem Bade noch einige Tropfen aufgelöstes Methylviolett hinzuzufügen; man verhütet dadurch, daſs das Weiſs einen grünlichen Stich bekommt.

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