Titel: Zur Verwerthung von Schlacken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 11 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi03_11

Zur Verwerthung von Schlacken.

Nach F. W. Martino in Sheffield (Englisches Patent 1884 Nr. 2354) soll die bei der Entphosphorung erhaltene basische Schlacke gepulvert, mit 1 bis 4 Proc. saurem Alaunkuchen gemischt und geglüht werden. Dieses saure Pulver wird in Abwässer gerührt, das durch Absetzen geklärte Wasser soll dann nochmals mit gepulverter Schlacke erhitzt und nach dem Abziehen von dem Niederschlage unter Zusatz von Schlacke und Kalk gekocht werden, um das Ammoniak zu gewinnen. Die Niederschläge aus den 3 Behältern sollen schlieſslich mit Schwefelsäure aufgeschlossen zum Düngen verwendet werden.

R. Bosse (Stahl und Eisen, 1885 S. 447) empfiehlt Thonerde haltige, in Wasser abgeschreckte und dann gemahlene Schlacke mit Kalk gemischt als so genannten Puzzolancement. 100 Th. Schlacke mit Luftkalk, oder Wasserkalk gemischt, sollen folgende Zugfestigkeiten gegeben haben:

0 Luftkalk 0k/qc 0 Wasserkalk 0k/qc
25 11 25 5,75
50 17 50 12,53
75 13,5 75 17,35
100 9,5 100 14,04

Die Zusammensetzung dieser Hochofenschlacke wird nicht angegeben, sondern nur bemerkt, daſs mit den in Deutschland vorherrschenden, an Thonerde armen Schlacken kein brauchbarer Cement herzustellen sei. So lange nicht nähere Angaben über diese Schlacke vorliegen, wird man die angeblichen Vorzüge dieses Productes dem Portlandcemente gegenüber mit Vorsicht aufzunehmen haben.

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