Titel: Elektrische Beleuchtung von Spinnereien und Webereien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 6 (S. 141–142)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi03_6

Elektrische Beleuchtung von Spinnereien und Webereien.

Auf einer kürzlich stattgehabten Versammlung amerikanischer Baumwollfabrikanten berichtete Th. Livermore über die elektrische Beleuchtung der Amoskeag Mill. Es brennen in derselben 500 Bogenlampen zur einen Hälfte Brush'schen, zur anderen Hälfte Weston'schen Systemes. In dem 377 Baumwollkarden mit den zugehörigen Streckwerken enthaltenden Saale von 5760qm Bodenfläche brennen 14 Lampen täglich 1 Stunde 10 Minuten; der Spinnsaal von |142| 4180qm Bodeniläche mit 44000 Spindeln besitzt 26 Lampen mit gleicher täglicher Brennzeit, ein Websaal von gleicher Bodenfläche mit 800 Webstühlen, welche durch Riemen von unterirdisch liegender Transmission ihren Antrieb erhalten, wird mit 50 Lampen, die täglich 5 Stunden 10 Minuten brennen, erleuchtet u.s.f. Während eines Jahres wurden 22825 Kohlenstifte mit einer Brenndauer von je 7 Stunden 8 Minuten und einem Preise von 9,5 Pf. das Stück verbraucht. Die durchschnittliche Brenndauer aller Lampen der Fabrik beträgt 3 Stunden 40 Minuten und die durchschnittlichen Kosten jeder Lampe stellen sich, wenn für Bedienung der Beleuchtungsanlage, Schmiermittel u. dgl. 10 Proc., für Abnutzung der Betriebseinrichtung 210 M. für le jährlich und 5 Proc. Tilgung gerechnet werden, auf 72,2 Pf. täglich. Die Anzahl der in einer Stunde Ocbm.112 Kohlengas verbrauchenden Gasflammen auf eine Bogenlampe waren 13,7, so daſs die Kosten jeder Bogenlampe gleich denen von 5cbm,3154 täglichem Leuchtgasverbrauche gleichkommen.

Weiter gibt H. F. Lippitt in Moonsocket zum Vergleiche die jährlichen Kosten der verschiedenen Beleuchtungen von drei Spinnereien mit verschiedener Spindelzahl:

54000 Spindeln bei aus Erdöl erzeugtem Leuchtgas = 10740 M.
41000 Spindeln bei Kohlengas von 33 Pf. für 1cbm = 11684 M.
26000 Spindeln bei Glühlampenbeleuchtung = 9400 M.

Jedoch ist dabei zu berücksichtigen, daſs in der letzten Spinnerei bedeutend höhere Nummern gesponnen werden, also eine gute Beleuchtung erfordert wird. Hiernach gibt Lippitt die Ersparniſs bei der elektrischen Beleuchtung zu 30 Proc. gegenüber dem Gaslichte an. Für die Boston Manufacturing Company in Waltham, eine Fabrik, welche mit zuerst die elektrische Beleuchtung einführte, gibt Lippitt an, daſs die Kosten des elektrischen Lichtes denen der Gasbeleuchtung, wo 1cbm Gas 15 Pf. kostet, gleich seien, ein Ergebniſs, welches dem oben angeführten der Amoskeag Mill ungefähr gleich kommt. (Nach Engineering, 1885 Bd. 40 S. 183.)

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