Titel: Amerikanische Gebläsemaschinen für Hochöfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 4 (S. 190)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi04_4

Amerikanische Gebläsemaschinen für Hochöfen.

Im Iron, 1885 Bd. 25 * S. 93 bezieh. * S. 312 sind zwei amerikanische Gebläsemaschinen für Hochöfen beschrieben, beide in stehender Anordnung mit dem Gebläsecylinder über dem Dampfcylinder, wobei die Kurbelwelle unter letzterem durchgeht und auf beiden Seiten des Cylinders je ein Schwungrad trägt, auſserhalb desselben je eine Flügelstange angreift, also die bekannte Anordnung von Cockerill in Seraing.

Die eine dieser Maschinen ist von der Weimer Machine Works Company in Lebanon, Penn., gebaut, hat einen Dampfcylinder von 1m,067 Durchmesser und einen Gebläsecylinder von 2m,134 Durchmesser; der gemeinschaftliche Kolbenhub beträgt 1m,22. Die Maschine soll mit einer Kolbengeschwindigkeit von 2m,03 laufen. Auffallend ist die große Höhe des Kolbens des Gebläsecylinders, indem dieselbe 0m,94 beträgt; der eigentliche Kolbenkörper ist jedoch bedeutend niedriger, so daſs die beiden Deckel weit in den Cylinder hineinragen. In die Lauffläche des Kolbens sind Nuthen zur Aufnahme von Graphit eingedreht. Der Mitteltheil der Kolbenfläche ist vertieft und mit in Talg gekochtem Hartholze ausgefüllt und dann mit Graphit überstrichen. Als Saug- und Druckventile sind Tellerventile von kleinem Hube und je 32qc Durchgangsfläche theils in den Deckeln und theils in der Cylinderwandung an deren beiden Enden angebracht.

Die zweite Maschine ist von der Buckeye Engine Company in Salem, Ohio, gebaut; die Durchmesser des Dampf- bezieh. Gebläsecylinders sind hier zu 0m,813 bezieh. 1m,83 gewählt, der Kolbenhub beträgt 1m,372, die Kolbengeschwindigkeit bis zu 1m,83. In den Deckeln des Gebläsecylinders sind zahlreiche eigenthümliche Klappenventile von U-förmiger Gestalt angeordnet, deren gerade Schenkel im geschlossenen Zustande sich auf schräge Sitze legen und im offenen Zustande eine lothrechte Lage einnehmen; der Ausschlag ist, da die schrägen Sitze nur wenig von der Lothrechten abweichen, gering und die Oeffnungen der gegitterten Sitze sind sehr klein, etwa von 3qc Fläche, gewählt, um für die Klappen ein leichtes und sehr biegsames Material verwenden zu können. Hierdurch soll der durch das verzögerte Schlieſsen der Ventile entstehende Verlust an Windmenge trotz der. groſsen Kolbengeschwindigkeit sehr gering ausfallen.

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