Titel: Elektrischer Betrieb auf der Hochbahn in New-York.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 5 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi05_5

Elektrischer Betrieb auf der Hochbahn in New-York.

Nach 6 monatlichen Vorbereitungen ist die Company Daft am 26. August zu den ersten Versuchen mit dem von Cyrus Field thatkräftig befürworteten elektrischen Betriebe auf den Hochbahnen in New-York (vgl. 1885 257 297) geschritten. Die dazu ausgewählte Bahnstrecke von 3200m Länge hat eine ziemlich starke Steigung. Nach der Revue industrielle, 1885 S. 397 wird der Strom dem Motor auf dem Zuge durch eine Mittelschiene zugeführt, welche zwischen den beiden Fahrschienen auf hölzernen Langschwellen mit isolirenden Unterlagen ruht. Die Stromerzeuger stehen etwa 75m von der Bahn; eine Wright'sche Dampfmaschine treibt 3 Dynamomaschinen. Die erste elektrische Locomotive, Benjamin Franklin, ist 4m,35 lang, wiegt 9t und ist auf 75e berechnet; bei normalem Dienste würde sie 28 bis 29km Geschwindigkeit geben. Die Achse des Ankers, überträgt die Bewegung mittels zweier Reibungsscheiben von 225mm auf zwei andere Scheiben von 900mm und auf die Achse der Räder. Mittels eines Handrades und einer Schraube läſst sich der ganze Motor heben und senken und dadurch der Reibung zwischen den Scheiben die rechte Gröſse geben, so daſs selbst bei sehr schwerer Ladung ein Gleiten nicht eintritt. Ein 370mm Durchmesser haltendes Bronzerädchen stellt den Contact mit der Mittelschiene her; dasselbe wird einfach gehoben, wenn man den Zutritt des Stromes zum Motor abbrechen will. Zwei Paar Bürsten, entsprechend den beiden Bewegungsrichtungen der Locomotive, führen den Strom der Maschine zu; mittels einer Schraube läſst sich das eine oder das andere Paar auf den Commutator auflegen. Die Versuchsergebnisse werden als befriedigend bezeichnet. Gleichzeitig wurden auch mit zwei anderen Motoren von Daft auf der elektrischen Eisenbahn in Baltimore Versuche angestellt.

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