Titel: Zur Darstellung von Phosphorsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 9 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi05_9

Zur Darstellung von Phosphorsäure.

Nach G. A. Ziegeler (Pharmaceutische Centralhalle, 1885 S. 421) braucht man bei der Herstellung von Phosphorsäure aus Phosphor nur die theoretisch erforderliche Menge Salpetersäure zu verwenden, wenn man etwas Jod zusetzt. Als z.B. 20g Phosphor in einem sehr geräumigen Kolben mit 135g Salpetersäure von 1,335 sp. G. übergossen wurden, trat bei einer Lufttemperatur von 5° bei Zusatz von 0g,2 Jod nach einer halben Stunde starkes Schäumen ein. Ein Ueberschäumen konnte nur durch Einstellen in kaltes Wasser verhindert Werden. Der Phosphor war nach Verlauf einer Stunde gelöst. Bei Zusatz von 0g,1 Jod stieg die Temperatur im Verlaufe einer Stunde auf 50 bis 60° und sank dann wieder auf Lufttemperatur. Die völlige Lösung des Phosphors geschah erst am dritten Tage.

Die erhaltenen Lösungen wurden vereinigt, die geringe Menge vorhandener Salpetersäure abgedampft, mit Wasser verdünnt, erwärmt, Schwefelwasserstoff eingeleitet und die Phosphorsäure auf die gewöhnliche Weise fertig gestellt. Jod konnte weder als Wasserstoff-, noch als Sauerstoffverbindung in dem auf 500cc eingedampften Filtrate nachgewiesen werden.

Diese Darstellung der Phosphorsäure dürfte sich auch für Fabrikation im Groſsen eignen. Der Zusatz von Jod hat sich nach Concentration der Säure, |240| wie nach der herrschenden Lufttemperatur zu richten und dürfte zwischen 0,3 bis 0g,6 auf 100g Phosphor betragen.

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