Titel: Zur Untersuchung von Chlorkalium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 10 (S. 379–380)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi08_10

Zur Untersuchung von Chlorkalium.

In der Staſsfurter Kaliindustrie und in den Potaschefabriken kommt es häufig vor, daſs in dem zur Potascheherstellung bestimmten Chlorkalium, welches höchstens 0,5 Proc. Chlornatrium enthalten darf, letzteres genau bestimmt werden soll. Das bisherige Verfahren, Chlorkalium, Chlormagnesium, schwefelsaures Calcium, Unlösliches und Wasser zu bestimmen und Chlornatrium als Rest zu berechnen, ist wegen des groſsen Verbrauches an Platinchlorid theuer, auſserdem ungenau.

E. Röttger und H. Precht haben nun nach den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft 1885 S. 2076 diese Uebelstände dadurch beseitigt, daſs sie die Probe mit Alkohol ausziehen, in welchem Chlornatrium leichter löslich ist, um es so von der gröſsten Menge des Chlorkaliums zu trennen. 100 Th. 90 gewichtsprocentiger Alkohol löst bei 15° 0,345 Th. Chlornatrium und nur 0,073 Th. Chlorkalium.

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20g des fein zerriebenen Chlorkaliums werden in einem Becherglase mit etwa 40g 90 gewichtsprocentigen Alkohol Uebergossen, mit einem Glasstabe öfter umgerührt, nach ½ Stunde mit 0cc,5 einer 10procentigen Kaliumcarbonatlösung tropfenweise unter Umrühren versetzt und 3 mal abgegossen. Ein Zusatz von Kaliumcarbonat ist deshalb erforderlich, um das mit in Lösung gegangene Chlormagnesium als Carbonat zu fällen. Es genügt dazu die oben angegebene Menge, da im 98procentigen Chlorkalium der Gehalt an Chlormagnesium unter 0,2 Proc. bleibt. Der ungelöst gebliebene Rückstand wird auf dem Filter noch einige Male ausgewaschen, das Filtrat in einer Platinschale eingedampft, der Verdampfungsrückstand gelinde geglüht und gewogen. Im Glührückstande wird das Chlorkalium mit Platinchlorid bestimmt und das Chlornatrium aus dem Unterschiede berechnet.

Handelt es sich darum, in möglichst kurzer Zeit eine Chlornatriumbestimmung im 98procentigen Chlorkalium auszuführen, so bringt man 20g von dem fein zerriebenen 98procentigen Chlorkalium in ein auf 110cc getheiltes Kölbchen (10cc entsprechen dem Volumen des angewendeten Chlorkaliums), füllt etwa zu ¾ mit 90 gewichtsprocentigem Alkohol, schüttelt öfter um, setzt nach ½ Stunde 0cc,5 einer 10procentigen Kaliumcarbonatlösung hinzu, füllt hierauf bis zur Marke an und schüttelt nochmals um. Nachdem sich die Flüssigkeit geklärt hat, hebt man mit der Pipette 50cc ab, dampft ein und verfährt wie oben.

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