Titel: Eigenthümliche Zerstörungen von Bleirohren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 4 (S. 427–428)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi09_4

Eigenthümliche Zerstörungen von Bleirohren.

Der American Sanitary Engineer theilt einige sonderbare Zerfressungen von Bleirohren mit, deren Originale sich in einer Sammlung von Riley und Hill in Boston befinden sollen. Das erste Beispiel ist von einem Rohre entnommen, dessen Material als „poor lead“ bezeichnet wird. Das Rohr diente 3 Jahre zur Leitung von kaltem Wasser und hat nun im Inneren ein glasiges Ansehen, oder besser das Ansehen versteinerten Holzes; diese Färbung dringt 0mm,15 in das Blei ein, die Härte aber anscheinend durch und durch, wenigstens nach den Sprüngen zu schlieſsen. Das Rohr leckte an der Seite und die Untersuchung zeigte, daſs es an gegenüber stehenden Seiten der Länge nach zersprungen war. irgend ein bestimmter Grund hierfür ist nicht bekannt, auſser daſs etwa das Blei zufällig verunreinigt war, wie dies leicht durch den Gebrauch alten Bleies zur Rohrfabrikation geschehen kann.

Das zweite Beispiel ist eine Ausbauchung, wie sie oft an Heißwasserrohren gefunden wird. Das Rohr war 4 bis 5 Jahre im Gebrauche und verdickte sich allmählich, wobei die Auſsenseite sich ohne Risse ausdehnte, während die Innenseite wie Hickoryrinde zersprungen war; einer der Risse ging durch. In einem |428| dritten Falle war die Innenseite eines starken, 19mm weiten Bleiohres, welches zur Leitung von Bostoner Wasser diente, von hartem und glattem Aussehen, schmutzig braun von Farbe, die Auſsenseite aber überall tief zerfressen. Das Rohr lag im Boden, auf welchem ein alter Stall stand. (Nach dem Engineer, 1885 Bd. 60 * S. 216.)

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