Titel: Zur Spiritusuntersuchung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 12 (S. 531)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi11_12

Zur Spiritusuntersuchung.

Wenn man nach H. Hager (Pharmaceutische Centralhulle, 1885 S. 304) zu 3cc reinem Alkohol 3 Tropfen Mercuronitratlösung (1 : 9) setzt und schüttelt, so entsteht eine milchige Mischung mit gelblichweiſsem Farbentone und nach mehrstündigem Stehen setzt sich ein ziemlich starker blaſsgelber Bodensatz ab. Aehnlich ist das Verhalten, wenn ein Kornspiritus an Stelle des reinen Spiritus gesetzt wird, vorausgesetzt, daſs dieser frei von Essigäther oder ähnlichen Aethern ist. Nach 6 bis 9 stündigem Stehen zeigen die vorstehenden Mischungen einen starken blaſsgelben Bodensatz und die darüber stehende Flüssigkeit ist klar und wie Spiritus hell.

Werden etwa 3cc Spiritus aus Kartoffeln, also Amylalkohol enthaltend, mit 3 Tropfen jener Mercuronitratlösung versetzt und geschüttelt, so entsteht eine bläulichweiſse, bedeutend schwächer milchig trübe Mischung, welche nach 9 bis 12stündigem Stehen einen sehr geringen, etwa ⅓ so starken Bodensatz wie in dem reinen Weingeiste bildet. Dieser Bodensatz ist rein weiſs; die darüber stehende Flüssigkeit ist nicht völlig klar und wasserhell, sondern wahrt eine bläulichweiſse Trübung viele Stunden hindurch. Aehnlich verhält sich ein Spiritus, welcher Spuren Essigäther enthält, in welchem Spiritus der Fuselgeruch künstlich verdeckt ist.

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