Titel: Zur Untersuchung von Buchweizenmehl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 15 (S. 532)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi11_15

Zur Untersuchung von Buchweizenmehl.

Da Reismehl einem höheren Zolle unterliegt als Buchweizenmehl, so suchte Finkener (Mittheilungen aus den kgl. technischen Versuchsanstalten zu Berlin, 1885 S. 74) nach einem Unterscheidungsmerkmale beider Mehlsorten.

Die, mikroskopische Prüfung bei 325facher Vergröſserung, sowie auch das reducirende Vermögen der Mühle ergab keinen brauchbaren Unterschied. Kocht man 2g Mehl mit 5cc Eisessig einige Minuten, so wird beim Buchweizenmehle die Lösung dunkel weinroth gefärbt, beim Reismehle nur wenig gelblich. Reismehl mit 5 Proc. Buchweizenmehl liefert eine deutlich rosa gefärbte Flüssigkeit. Aber ein Gemisch von 75 Proc. Buchweizenmehl und 25 Proc. Reismehl gibt eine nur wenig stärker gefärbte Lösung als 50 Proc. Reismehl und 50 Proc. Buchweizenmehl. Zum Nachweise von Buchweizenmehl in Reismehl ist die Reaction geeignet; sie läſst sich aber nicht verwenden zum Auffinden von Reismehl in Buchweizenmehl. Kocht man 2g Mehl mit 5cc absoluten Alkohol, so wird der Alkohol bei Buchweizenmehl gelblich, bleibt farblos bei Reismehl. Vermischt man den filtrirten Alkohol mit dem gleichen Volumen concentrirter Schwefelsäure, so wird derselbe bei Buchweizenmehl dunkel weinroth, während er bei Reismehl farblos bleibt. Obgleich diese Färbung noch kräftiger ist als die, welche der Eisessig annimmt, so gibt sie doch keinen Anhalt zur Unterscheidung bei einer Beimengung von Reismehl. Schwefelkohlenstoff, Benzin, Chloroform u. dgl. entziehen den Mehlen keine in ihrem Verhalten von einander verschiedene Bestandtheile.

Uebergieſst man in einem Reagensglase je 2g der ungetrockneten Mehlproben mit 10cc Chloroform und kocht ein Mal auf, so setzt sich das Reismehl fest vollständig ab, während das Buchweizenmehl sich theilt, indem eine kleine, die Kleie enthaltende Menge bis an die Oberfläche steigt. Beim langsamen Erkalten der Mischungen steigt dann das Reismehl zuerst an die Oberfläche und erst nach einigen Stunden auch das Buchweizenmehl. Dann ist die Flüssigkeit unter dem Reismehle trüb, die unter dem Buchweizenmehle klar. Wiederholt man den Versuch mit bei 100° getrockneten Proben, so befinden sich nach völligem Erkalten beide Mehlproben am Boden; nur die Buchweizenkleie schwimmt oben und das Chloroform ist bei beiden Proben fast klar.

Erhöht man das specifische Gewicht des Chloroforms durch Zusatz von 0,5 Proc. Bromoform und verfährt wie oben, so schwimmt das Reismehl, während das Buchweizenmehl am Boden ist. Bei einem Gemische beider Mehle findet aber keine Trennung derselben statt, es bleibt fast alles schweben. Geringe Aenderungen des specifischen Gewichtes der Flüssigkeit ändern diese Erscheinungen aber, so daſs sie nicht zur Erkennung von Reismehl im Buchweizenmehle benutzt werden können.

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