Titel: Apparate zum Austrocknen von Neubauten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1885, Band 258/Miszelle 2 (S. 527–528)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj258/mi258mi11_2

Apparate zum Austrocknen von Neubauten.

Die gewöhnlich zum Austrocknen von Neubauten verwendeten Feuerkörbe wirken vorwiegend durch strahlende Wärme und ergeben somit durch die Abwesenheit stärkerer Luftströmung eine geringe Leistungsfähigkeit bei groſsem Brennmaterialverbrauche. Zur Erzeugung einer Luftbewegung bei solchen Feuerkörben (sogen. Schnelltrocknern) versieht J. Keidel in Berlin (* D. R. P. Kl. 82 Nr. 33246 vom 1. Mai 1885) dieselben mit einem Blechmantel, in welchen, wie aus nebenstehender Abbildung zu entnehmen ist, die Luft durch Oeffnungen E am Boden eintreten kann. Diese Luft erwärmt sich innerhalb des weiten Mantels durch Vorbeistreichen an der glühenden Kokesfüllung im Korbe und tritt oben frei aufsteigend in dem auszutrocknenden Raume in die Höhe. Ueber dem Korbe ist zur seitlichen Ableitung der gerade aufsteigenden Feuergase und zum Schütze der gewöhnlich schon trockenen Decke vor strahlender Wärme ein Schirm S angebracht. Verbindet man die Oeffnungen E durch Rohre mit der Auſsenluft und macht nahe am Fuſsboden in dem Schornsteine des auszutrocknenden Raumes eine Oeffnung zum Entweichen der feuchten schweren Raumluft, so wird eine beständige Strömung der Luft ähnlich wie bei der St. v. Kosinski'schen Einrichtung (vgl. 1884 251 470) erzielt.

Textabbildung Bd. 258, S. 527
St. v. Kosinski in Berlin (* D. R. P. Kl. 82 Nr. 32467 vom 6. November 1884, Zusatz zu Nr. 18815, vgl. 1884 251 470) hat an seinem Apparate zum Austrocknen von Neubauten eine Verbesserung dahin getroffen, daſs einzelne Heizrohre, wenn sie durchgebrannt sind, leicht aus dem Ofen entfernt und durch neue ersetzt werden können. Es hat sich auch gezeigt, daſs der beabsichtigte Abzug durch die saugende Kraft des Feuers im Apparate nicht ausreichte, und ist deshalb das Gebläse zur Einführung frischer Auſsenluft doppelseitig ausgeführt worden. Die Flügelscheibe des Gebläses ist durch eine Mittelwand getheilt und saugt daher auf der einen Seite Auſsenluft an, während sie auf der |528| anderen Seite die feuchte, schwere Raumluft durch eine am Boden des Raumes gehende Leitung ins Freie befördert.

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