Titel: Passburg's Apparat zum Trocknen von Farbwaaren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259 (S. 86–88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/ar259037

Apparat zum Trocknen von Farbwaaren.

Mit Abbildung auf Tafel 6.

Das Trocknen von Farbwaaren, Stärke, Farinzucker und ähnlichen breiigen, stark Wasser haltigen Massen ist nach E. Passburg in Moskau (* D. R. P. Kl. 82 Nr. 28971 vom 8. Januar 1884 und Zusatz * Nr. 32252 vom 29. Januar 1885) vortheilhaft im luftverdünnten Raume auszuführen. Der hierzu vorgeschlagene, in Fig. 10 Taf. 6 veranschaulichte Apparat besteht aus einem mit Dampfmantel B versehenen Cylinder A; innerhalb |87| desselben dreht sich ein mit Dampf geheizter Cylinder D, um welchen ein Schaufel werk bewegt wird. Der Dampf tritt in dem Rohre N in den Dampfmantel B und durch den einen Hohlzapfen d des Cylinders D in letzteren, um auf gleiche Weise im Rohre Z wieder abgeleitet zu werden. Das um den Heizcylinder D drehbare Schaufelwerk besteht aus den auf den Zapfen d steckenden Hohlachsen a, an deren Flanschen Ringe b und hieran wieder Winkeleisen c geschraubt und angenietet sind. Diese Ringe sind durch Flacheisenstäbe g verbunden, welche durch Anordnung der Ringe f versteift werden. An den Flacheisenstäben g sind gebogene oder gerade Schaufeln h derart versetzt angeordet, daſs eine Schaufel die nächstfolgende um etwa ⅙ ihrer Länge nach der Ausmündung X des Trockencylinders A überragt, so daſs dadurch eine steile Schraubenlinie um die Flacheisenstäbe g gebildet wird.

Bei fortgesetzter Drehung dieses Schaufelwerkes um die wagerechte Achse des Cylinders A werden nun die bei E einfallenden Stoffe von den Schaufeln h gefaſst, dann auf den Heizcylinder D entleert und von dem geheizten Boden des Cylinders A durch die Schaufeln aufgenommen, wieder auf D entleert u.s.w., wobei jede einzelne Schaufel das von ihr gefaſste Trockengut stets weiter nach dem Ausgange X befördert. Es erfolgt hierdurch, selbst bei Verwendung von Abdampf als Heizmittel, in dem durch die Luftpumpe hergestellten Vacuum ein vollständiges Verdunsten des Wassers der zu trocknenden feuchten Stoffe, ohne daſs diese sich auf eine denselben schädliche Temperatur erwärmen können. Die beim Trocknen entwickelten Dämpfe werden durch Stutzen s der Deckel des Cylinders A aus dem Apparate in den Condensator abgesaugt.

An den Flacheisenstäben g sind ferner Bürsten z befestigt, welche den Mantel des feststehenden Heizcylinders D beständig von den etwa daran hängen bleibenden Stoffen reinigen.

Das Beschickungsgefäſs H und das Entleerungsgefäſs Y sind mit dicht verschlieſsbaren Mannlochdeckeln K, Schaugläsern S und nach der Luftpumpe führende Stutzen s versehen. Das obere Gefäſs H ist von einem Dampfmantel L mit Einlaſs- und Auslaſsstutzen umgeben. Das Rohr M führt zum Condensator bezieh. zur Luftpumpe. Eine Klappe G läſst abwechselnd die in H befindlichen Stoffe in den Trockencylinder einfallen und sperrt dann sofort ab. Im Gehäuse F sitzen keilförmige abgeschliffene Schieberplatten n mit Schraubenspindeln p. Beim Zurückdrehen der Spindel p bewegt sich die Schieberplatte n nach gleicher Richtung, wodurch ein freier Durchgang in den Trockencylinder A für die aus H durch die Klappe g ausgeworfenen Stoffe hergestellt ist.

Beim Andrehen der Spindel erfolgt ein Anpressen der Schieberplatte n in ein keilförmig ausgebohrtes messingenes Führungsgehäuse, wodurch der Trockencylinder von den Behältern H bezieh. Y luftdicht |88| abgeschlossen werden kann. Der Stutzen F ist mit einem luftdicht abschlieſsenden Hohldeckel o versehen, damit Stoffe, welche sich hier zufällig angesammelt haben und zwischen Schieber und Gehäuse festklemmen würden, entfernt werden können. (Vgl. Pallenberg und K. Walter 1885 255 * 70).

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