Titel: Ch. Parsons' nachgiebiges Lager.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/ar259061

Ch. Parsons' nachgiebiges Lager.

Mit Abbildungen auf Tafel 10.

Um bei Maschinen mit groſser Umlaufszahl (also bei schnell laufenden Motoren u. dgl.) diejenigen kleinen Fehler in der Gewichtsvertheilung auszugleichen, welche sich selbst bei genauester Ausführung und Aufstellung nicht vermeiden lassen, daſs also die Schwerpunktsachse nicht genau mit der geometrischen Achse zusammenfällt, bringt Ch. A. Parsons in Gateshead on Tyne, England (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 33263 vom 7. November 1884) Wellenlager in Vorschlag, welche den Wellen ein kleines Spiel im radialen Sinne, bei Wellen mit zeitweisem Drucke in der Längenachse auch in der letzteren Richtung gestatten. Gleichzeitig wird |158| diesem Spiele ein Reibungswiderstand entgegengesetzt, so daſs dasselbe sich innerhalb der zur Ausgleichung nothwendigen Grenzen hält.

Die Anordnung eines solchen Lagers veranschaulicht Fig. 11 Taf. 10. Auf den sich im Lager drehenden Wellentheile s ist ein Muff i geschoben, welcher eine Anzahl Ringe k, k1, eine Spiralfeder l und eine diese anspannende Mutter trägt. Die Ringe k, k1 sind abwechselnd von verschiedenem Durchmesser, so daſs die kleineren Ringe k mit ihrer Innenfläche an dem Muffe i, die gröſseren Ringe k1 dagegen mit ihrer Auſsenfläche in der Lagerhülse anliegen. Sämmtliche Ringe werden nun durch die Kraft der Feder l gegen einander gedrückt, so daſs sowohl bei einer Neigung, wie bei einer Verschiebung der Welle ein gewisser Widerstand durch die Reibung der Ringe an einander und an dem Muffe und der Lagerhülse besteht.

Bei einer Abänderung des Lagers sind die Ringe durch eine elastische Stahlhülse n (Fig. 12 Taf. 10), welche mit Längsschlitzen n1 versehen ist, ersetzt. Diese Hülse liegt auf der einen Seite gegen den erhöhten Rand des Muffes i und mit ihren Rändern gegen die Lagerhülse an. Die zwischen den Schlitzen stehen gebliebenen Theile n2 der Hülse n wirken somit als Federn zur Gestattung eines radialen Spieles der Welle, während sie dem Längsspiele derselben nur eine gewisse Reibung entgegensetzen. Die elastische Stahlhülse könnte auch über die Ringe des Lagers Fig. 11 geschoben und in die Lagerhülse gesteckt werden. Etwaige Erschütterungen der Welle würden dann von dieser Hülse aufgefangen und die Wirkung auf die Lagerhülse vermindert werden.

Auf der Erfindungsausstellung in London 1885 war eine Parsons'sche Dampfturbine (vgl. A. Winkler 1885 258 * 243) gebaut von Clarke Chapman und Comp. in Gateshead on Tyne zum Betriebe von Dynamomaschinen vorgeführt, an welcher die beschriebenen nachgiebigen Lager angebracht waren.

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