Titel: H. Rothe's Eisschrank.
Autor: Rothe, H.
Fundstelle: 1886, Band 259 (S. 222–223)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/ar259085

H. Rothe's Eisschrank.

Mit Abbildung auf Tafel 15.

Um das beim Schmelzen des Eises in Eisschränken sich bildende Wasser, welches bei den jetzt gebrauchten Eisschränken sich einfach am Boden sammelt und abläuft (vgl. Kulzer 1880 235 * 369. Uebersicht 1879 232 * 63), für die Kälteabgabe noch möglichst auszunutzen, hat H. Rothe in Görlitz (* D. R. P. Kl. 34 Nr. 33992 vom 9. Juli 1885) an seinen Eisschränken, von denen einer auf der Gewerbe- und Industrieausstellung in Görlitz 1885 vorgeführt war, eine Einrichtung zum langsamen Umlauf des Schmelzwassers innerhalb des Schrankes angebracht. Der Schrank besitzt, wie aus Fig. 11 Taf. 15 zu ersehen ist, zwei Kühlräume c und k; der obere Raum c soll zur Aufnahme von Fässern, der untere Raum k für Flaschen und Lebensmittel dienen. Ueber c befindet sich der Raum a, in welchem nach Abnahme eines Deckels das Eis eingefüllt wird. Zu beiden Seiten des Kühlraumes c sind die Abtheilungen b angeordnet und gehen Rohre d von dem tiefsten Punkte von a bis dicht auf den Boden der Abtheilungen b nieder. Auſserdem setzt ein Rohr e den oberen Theil jeder Abtheilung b mit dem unteren Theile des Kühlraumes c in Verbindung. Auch zu beiden Seiten des unteren Kühlraumes k befinden sich Abtheilungen g, zu deren unterem Theile Rohre f reichen, deren obere Mündungen innerhalb des Kühlraumes c und zwar etwas höher als die unteren Mündungen der Rohre e liegen. Von dem oberen Theile jeder Abtheilung g geht ein Rohr h nach unten und tritt aus dem Schranke heraus. Ist das Eis in die Abtheilung a eingefüllt, so kühlt es den Raum c unmittelbar von oben, schmilzt und das Wasser gelangt durch die Rohre d in die Abtheilungen b, um hier von der Seite her auf den Raum c abkühlend zu wirken. Das in b aufsteigende Wasser flieſst durch die Rohre e auf den Boden von c und durch die Rohre f nach den Abtheilungen g ab, in denen das Wasser die beiden Seiten des Raumes k abkühlt, während letzterer durch das auf dem Boden von c befindliche Wasser von oben her Kühlung empfangt. Da das Eis langsam schmilzt, wird auf dem Boden von c schon eine höhere Temperatur als 4° herrschen, sicher aber in den Abtheilungen g. Somit ist es auch das wärmste Wasser, welches durch die Rohre f nach g bezieh. durch die Rohre h aus den Abtheilungen g ins Freie abläuft. Die Rohre h stehen stets offen; doch kann in Folge der innerhalb des Schrankes gebildeten Wasserverschlüsse ein Eindringen |223| der Luft in die Eis- und Wasserabtheilungen nicht stattfinden. Die Auslaufstutzen l und i werden benutzt, wenn man die Abtheilungen b und g einmal vollständig entleeren will.

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