Titel: Vorkehrung, um Gebäude vor Feuersgefahr zu schützen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 2 (S. 52)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi01_2

Vorkehrung, um Gebäude vor Feuersgefahr zu schützen.

In neuerer Zeit sind vielfach Bedenken gegen die Anwendung guſseiserner Säulen in Gebäuden laut geworden, da bei starkem Schadenfeuer die Säulen der Hitze nicht widerstanden, sondern plötzlich zusammenbrachen. In mehreren Städten ist deshalb die Anbringung guſseiserner Säulen durch Polizeiverordnungen entweder ganz verboten worden, oder wird nur gestattet, wenn die Säulen mit Eisenblech oder feuerfestem Material umkleidet werden (vgl. dagegen Bauschinger 1885 256 325). Um nun guſseiserne Säulen gegen die Einwirkung starker Hitze bei einem ausgebrochenen Brande widerstandsfähiger zu machen, empfehlen G. F. Wright und W. Ch. Dewey in Palmer, Nordamerika (* D. R. P. Kl. 61 Nr. 32396 vom 29. Oktober 1884), die hohlen Säulen durch ein Rohrsystem unter einander und mit einem Wasserbehälter zu verbinden, so daſs sie stets mit Wasser gefüllt sind. Ferner soll am oberen Ende der Säulen ein Kranz von Löchern in der Wandung vorgesehen werden, welche mit einem leicht schmelzbaren Metallpfropfen verschlossen sind. Unter der Einwirkung des Feuers erhitzt sich der Wasserinhalt, bis die Temperatur der Säulenwandung über ein bestimmtes Maſs gestiegen ist, worauf die Verschluſspfropfen schmelzen und das Wasser aus den Löchern austreten kann. Durch eine über den Löchern angebrachte Haube werden nun die Wasserstrahlen abwärts gegen die Säule gerichtet, so daſs diese fortwährend berieselt wird. Ein Erglühen der Säulen soll durch die somit von innen und auſsen erfolgende Bespülung der Säulenwandung unmöglich gemacht werden.

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