Titel: Die Signalstell-Vorrichtungen der London und North-Western Eisenbahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 6 (S. 53–54)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi01_6

Die Signalstell-Vorrichtungen der London und North-Western Eisenbahn.

Engineering, 1885 Bd. 40 * S. 468 bringt einige Mittheilungen über die in der Erfindungsausstellung in London 1885 vorgeführten Signalstellvorrichtungen der London und North-Western Eisenbahn. Dieselben sind von F. W. Webb in typische Formen gebracht worden und so eingerichtet, daſs die einzelnen Stellhebel ganz gleich sind, so daſs sie leicht unter einander vertauscht und einer bereits bestehenden Anlage mit gröſster Bequemlichkeit neue Hebel hinzugefügt werden können. Die Signalflügel sind aus dünnem Stahlblech hergestellt und durch ein Paar über ihre ganze Länge laufende Wellen entsprechend steif gemacht. Der Flügel ist an ein galvanisirtes Eisenguſsstück angenietet, auf welchem der stellbare Rahmen für die Glasblenden der Signallaterne befestigt ist; der Rahmen ist schwer genug, daſs er selbst bei Schneeanhäufung auf dem Flügel diesem das Gleichgewicht hält und der Flügel beim Versagen irgend eines Theiles der Signaleinrichtung in die Haltlage versetzt wird. Die Signalsäulen sind aus Tannenholz (pitch pine), an der Spitze 150mm, am Fuſse je nach der Höhe 225 bis 375mm im Quadrat stark und oben mit einer guſseisernen Kappe bedeckt.

Die Verriegelung der Signalhebel erfolgt in bekannter Weise mit Hilfe einer Reihe von lothrecht stehenden Stangen mit Einschnitten, deren jede zu einem Stellhebel gehört und von letzterem auf- und niederbewegt wird, und einer Reihe von wagerechten, mit Ansätzen versehenen Stäben, welche jede von einem der Stellhebel hin- und herverschoben werden und dabei in Wechselwirkung mit jenen Einschnitten treten. Wenn die lothrechten Stangen sehr lang sind, so bestehen sie aus zwei Theilen, welche durch einen zweiarmigen Hebel so verbunden werden, daſs sich ihr Gewicht ausgleicht. Die Bewegung der lothrechten und durch sie der wagerechten Stangen vermittelt je ein am Stellhebel befestigter, doppelt-hakenförmiger Hebel, indem er bei Bewegung des Stellhebels über Vorsprünge am Stellbogen des Stellhebels hinweggeht.

Die Signalstellhäuser der genannten Eisenbahn werden in 18 verschiedenen Gröſsen ausgeführt, je nach der Anzahl von Stellhebeln, welche sie aufnehmen sollen. Bei 5 Hebeln sind sie 1m,8 im Quadrat, bei 96 Hebeln 29m lang und 3m,6 breit. Im Ganzen hat diese Bahn 1344 Stellhäuser mit 26500 Stellhebeln. |54| Die Unterhaltungskosten belaufen sich jährlich auf ungefähr 770000 M., was im Durchschnitte 29 M. auf 1 Hebel ausmacht; darin ist nicht allein der Aufwand für Ausbesserungen und Erneuerungen an dem Verriegelungsapparate, sondern auch an den Signalhäusern, den Signalen und allem Zubehöre enthalten und selbst die Neuanlagen und Erweiterungen schon vorhandener Anlagen, wenn sie unter 200 M. kosten. Seit 1874 sind die Anlagen um 80 Proc., die Unterhaltungskosten nur um 5½ Proc. gestiegen.

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