Titel: Zur Getreidegewinnung in Deutschland.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 9 (S. 54–55)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi01_9
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Zur Getreidegewinnung in Deutschland.

Aus den Ergebnissen der amtlichen Ernte-Statistik im Deutschen Reiche hat Dr. E. Engel berechnet, daſs für die J. 1878 bis 1884 im deutschen Zollgebiete nach Abzug der für die Aussaat erforderlichen Mengen durchschnittlich jährlich 7199264t Brotgetreide gewonnen wurden, so daſs bei einer durchschnittlichen Bevölkerung von 45144000 Köpfen für jeden einzelnen Bewohner in Deutschland 159k,47 Brotgetreide entfallen, von denen 106k,42 auf Roggen, 44k,85 auf Weizen und 8k,20 auf die übrigen Brotgetreidearten kommen. Diese für jeden Bewohner Deutschlands gewonnene Getreidemenge schwankt nun in einzelnen Jahren erheblich um diesen Betrag; so ergibt z.B. die gute Ernte des J. 1878 an Ertrag 30k,15 über, die Miſsernte im J. 1880 an Ertrag 14k,6 unter 159k,47 durchschnittlichem Ertrage. Für die einzelnen Landestheile schwankt der jährliche Ertrag an Brotgetreide für den Bewohner ebenso bedeutend; dieser ist z.B. in Preuſsen 163k,47, in Sachsen 102k,43, in Baden 100k,44, in Reute 71k,58, in Mecklenburg-Schwerin 458k,66. Aus diesen Zahlen folgt, wie verschiedenartig für die einzelnen Theile Deutschlands die Sorge für eine leichte und billige Zufuhr fremden Brotgetreides geartet ist; dieselbe beträgt in einem nämlichen Durchschnittsjahre 26k,42 auf den Kopf und erhöht mithin den Gesammtverzehr an Brodgetreide eines Bewohners des deutschen Reiches auf 185k,89. (Nach der Nation, 1885 Nr. 3 bis 6.)

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