Titel: Zur Werthbestimmung der Cocablätter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 11 (S. 104)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi02_11

Zur Werthbestimmung der Cocablätter.

Nach Squibb (Archiv der Pharmacie, 1885 Bd. 223 S. 858) werden 50g fein gepulverte Cocablätter mit 40g Alkohol und 0g,08 Schwefelsäure befeuchtet. Nach 12 Stunden wird mit starkem Alkohol bis zur Erschöpfung behandelt, der Auszug durch Verdampfen bei niederer Temperatur vom Alkohol befreit, der zurückbleibende Auszug darauf mit je 25 bis 30cc Wasser und Aether in eine Flasche gebracht, etwa 1 bis 2cc einer 10procentigen Säure hinzugefügt und stark geschüttelt. Wenn die Mischung eine Emulsion gibt und sich nicht abscheidet, setzt man noch etwas Säure hinzu und schüttelt, bis sich nach 1 bis 2 Stunden die beiden Schichten vollkommen getrennt haben. Die Aetherschicht wird abgenommen, nochmals mit 10cc angesäuertem Wasser geschüttelt und die zweite wässerige Lösung mit der ersten vereinigt. Die wässerige Lösung wird dann noch mehrmals mit Aether ausgeschüttelt, bis dieser nahezu farblos bleibt. Nun setzt man der wässerigen Flüssigkeit nochmals 10g Aether hinzu und Natriumcarbonat im Ueberschusse. Das Alkaloid geht in den Aether über; man hebt denselben ab, schüttelt nochmals mit Aether und verdunstet die ätherischen Flüssigkeiten in einem Schälchen oder Bechergläschen. Das zurückbleibende Alkaloid wägt man; ist dasselbe nicht krystallinisch, so setzt man ein wenig Wasser hinzu und verdunstet nochmals; darauf erhält man in der Regel das Alkaloid krystallinisch. Bolivianischer Coca ergab z.B. 0,55 Proc. Cocaïn (vgl. 1885 258 94).

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