Titel: Ueber das Altmachen von Liqueuren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 6 (S. 146)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi03_6

Ueber das Altmachen von Liqueuren.

Bekanntlich haben frisch bereitete Liqueure, auch bei Verwendung der feinsten Stoffe einen wenig angenehmen Geruch und Geschmack. Man schmeckt die einzelnen Bestandtheile heraus und der Geschmack und Geruch des Fabrikates ist kein edler und harmonischer; vielmehr bedarf es eines Monate bis Jahre langen Lagerns, um der Waare die nöthige Reife zu geben. Welche Vorgänge diese Geschmacksverbesserung beim Lagern bedingen, ist noch nicht bekannt. Nach Versuchen von J. Bersch (Zeitschrift für landwirthschaftliche Gewerbe, 1885 S. 86) war ein frisch bereiteter Liqueur nach 2 bis 3 Monate langem Lagern bei Zimmertemperatur schon ziemlich gut. Dagegen war die Reifung beim Lagern im Keller bei 12 bis 14° erst nach vielen Monaten vollendet. Sehr schnell erfolgt dieselbe bereits bei einer Temperatur von 24 bis 30°. Kurzes, 10 bis 12 Stunden andauerndes Erhitzen auf 60 bis 70° gibt dem Liqueur eine solche Reife, daſs derselbe nur noch einige Wochen zu lagern braucht, um zur feinsten alten Waare zu werden. Licht und Luft wirken während des Erwärmens nachtheilig und sind deshalb völlig auszuschlieſsen.

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