Titel: Ueber Brannten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 9 (S. 147–148)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi03_9

Ueber Brannten.

J. Jäger in Niederdorf hatte bei günstiger Witterung vom 19. Juni bis 16. Juli 1884 850cbm Heu eingebracht. Zur Vorsicht waren zwei 50cm weite Lüftungsschächte gelassen, welche am Boden mit einem Luftzuführungskanale verbunden waren. Ende August machte sich ein brenzlicher Geruch bemerkbar, welcher eine Selbstentzündung befürchten lieſs. Nach längerem Suchen fand man die Glut am Luftzuführungskanale bis in die Mitte des Heustockes hinein. Das Holz dieses Kanales war überall angebrannt und fing bei vermehrtem Luftzutritte stets Feuer. Die beim Ausschachten des Heues verwendeten Arbeiter konnten es wegen Hitze und starkem Gerüche nur wenige Minuten lang aushalten. In der Mitte des Heustockes befanden sich nun am Boden Heukohle, dann schwärzlich gebräuntes, gebräuntes und zu oberst grünes Heu.

Nach Analysen von E. Mach (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1885 S. 263) hatten diese Heuproben folgende Procentzusammensetzung:

Wasser Trocken-
substanz
Asche Stickstoff Proteïnstoffe Rohfett Rohfaser nach
Abzug der Asche
und der Stick-
stoff haltingen
Substanz
Stickstoff freie
Extractivstoffe
ohne Fett und
Asche
Unzersetztes grünes Heu 7,88 92,13 5,25 1,77 11,10 3,79 25,58 46,80
Schwach gebräuntes Heu 7,75 92,25 6,50 1,66 10,36 3,71 23,20 49,48
Stark gebräuntes Heu 6,23 93,77 7,44 1,79 11,17 3,80 23,47 47,89
Heukohle 6,97 93,03 7,93 1,83 11,45 4,14 33,73 35,78
|148|

Auf gleichen Aschengehalt bezogen, ergaben daher 100 Th. trockenes Heu in Folge der Selbstentzündung:

Trocken-
substanz
Stickstoff haltige
Substanz
Fett Rohfaser be-
rechnet frei von
Asche und Stick-
stoff haltiger
Substanz
Stickstoff freie
Extractivstoffe
Unzersetztes Heu 100,00 12,05 2,67 27,77 50,82
Schwach braunes Heu 80,82 9,07 3,25 19,44 43,35
Braunes Heu 71,75 8,54 2,92 17,97 36,93
Heukohle 66,86 8,22 2,97 24,21 25,73

Diese Analysen zeigen, welch starke Verluste an Nährstoffen das Futter bei der Braunheu-Erzeugung erleiden kann.

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