Titel: Verfahren zur Entfernung von Chlor oder Schwefligsäure beim Bleichen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 10 (S. 196)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi04_10

Verfahren zur Entfernung von Chlor oder Schwefligsäure beim Bleichen.

Nach G. Lunge in Zürich (D. R. P. Kl. 8 Nr. 34436 vom 2. Juli 1885) gelingt die Entfernung der letzten Bleichmittelreste aus Faserstoffen durch Wasserstoffsuperoxyd. Beim Bleichen mit Chlorkalk gibt das Wasserstoffsuperoxyd seinen wirksamen Sauerstoff zusammen mit demjenigen der Unterchlorigsäure ab, wodurch letztere bezieh. ihre Salze zerstört werden. Das Wasserstoffsuperoxyd kann also als „Antichlor“ in der Bleicherei von Pflanzenfasern oder Papierstoff dienen, um die Haltbarkeit der gebleichten Stoffe zu erhöhen und den Bleichgeruch zu entfernen, ohne daſs die bekannten Nachtheile anderer Antichlore, z.B. des Natriumthiosulfates, auftreten.

Andererseits kann das Wasserstoffsuperoxyd dazu dienen, um die nach dem Schwefeln der Wolle und Seide hartnäckig in der Faser zurückgehaltene und durch kein Waschen zu beseitigende Schwefligsäure durch Oxydation zu entfernen. Bei dem gewöhnlichen Verfahren geht die Schwefligsäure, welche vielleicht in chemischer Verbindung mit einem Bestandtheile der thierischen Faser steht, nur ganz allmählich durch Abdunsten oder Oxydation fort, wobei ein Nachgilben der gebleichten Faser eintritt; ihr Vorhandensein in der Faser ist auch für viele Färbearbeiten sehr störend und erschwert z.B. die Verbindung von weiſser Seide oder Wolle mit Silberfäden, welche sich bald schwärzen. Wenn man dagegen die geschwefelte Seide oder Wolle nach dem Waschen mit einer äuſserst verdünnten Lösung von Wasserstoffsuperoxyd behandelt, so wird die an die Faser gebundene Schwefligsäure sofort in Schwefelsäure übergeführt, welche man durch weiteres Waschen vollständig entfernen kann. Ein kleiner Ueberschuſs von Wasserstoffsuperoxyd ist natürlich ganz unschädlich und kann die Bleiche nur befördern.

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