Titel: Verfahren zur Darstellung von Azofarbstoffen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 11 (S. 196)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi04_11

Verfahren zur Darstellung von Azofarbstoffen.

Nach Dahl und Comp. in Barmen (D. R. P. Kl. 22 Nr. 34299 vom 25. Juni 1885) haben die von E. Nölting (Bulletin de Mulhouse, 1885 S. 144) aus Thioanilin S(C6H4NH2)2 mit Phenolen erhaltenen Azofarbstoffe nur wenig Aussicht auf praktische Verwendung. Werthvoll erscheinen dagegen die mit Thioparatoluidin hergestellten Tetrazofarbstoffe.

40k Thioparatoluidin werden z.B. mit 120k gewöhnlicher Salzsäure in etwa 500l Wasser gelöst, auf 5° abgekühlt und mit 26k salpetrigsaurem Natron diazotirt. Nach 3stündigem Stehen läſst man die Diazoverbindung zu einer mit 145k 33°-Natronlauge versetzten, ebenfalls auf 5° abgekühlten Lösung von 130k β-naphtoldisulfosaurem Natron in etwa 1000l Wasser einflieſsen. Der entstandene Farbstoff wird durch Kochsalz aus der Lösung ausgefällt und in üblicher Weise durch Umlösen gereinigt. Technisch brauchbare Farben erhält man durch Einwirkung des Diazothioparatoluols auf die Sulfosäuren des α- und β-Naphtols, sowie des α- und β-Naphtylamins.

Die Farbstoffe aus den Naphtolsulfosäuren liefern braun- bis blaurothe, die mit den Naphtylaminsulfosäuren dargestellten gelb- bis braunrothe Farbtöne. Besondere Beachtung verdienen die mit den β-Naphtoldisulfosäuren gewonnenen Producte wegen ihrer Eigenschaft, sehr langsam an die Wollfaser zu gehen, und der Waschechtheit der damit hergestellten Farben.

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