Titel: Ueber den Markgehalt der Zuckerrüben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 7 (S. 195)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi04_7

Ueber den Markgehalt der Zuckerrüben.

M. Hollrung (Zeitschrift des deutschen Vereins für Rübenzucker-Industrie, 1885 S. 377) verwendet zur Bestimmung des Markgehaltes der Zuckerrüben unten durch engmaschiges Drahtgewebe verschlossene Cylinder, welche etwa 400cc fassen. Damit ist es möglich, durch 4maliges, in Zeiträumen von 10 zu 10 Minuten auf einander folgendes Aufgieſsen von je 350cc Wasser etwa 30g Rübenbrei vollständig auszulaugen, so daſs das nach einem erneuten Aufgusse ablautende Wasser weder die Polarisationsebene dreht, noch beim Eindampfen im Uhrschälchen einen bemerkenswerthen Rückstand hinterläſst. Der ausgelaugte Rübenbrei wird mit Alkohol und danach mit Aether übergossen und nunmehr im Drahtfilter einer 1000 nicht übersteigenden Hitze im Trockenschranke ausgesetzt. Erst dann, wenn das Mark den weitaus gröſsten Theil seiner Feuchtigkeit verloren hat, wird der Inhalt des Drahtfilters mittels eines kleinen Messers und Pinsels in eine Uhrschale gebracht und getrocknet. 12 verschiedene Rübensorten gaben so 3,88 bis 5,64. im Mittel 4,54 Proc. Mark, somit einen mittleren Saftgehalt von 9546 Proc.

Um festzustellen, in wieweit eine Zunahme des Zuckers und des Nichtzuckers in der Rübe beim Austrocknen stattfindet, wurden Rüben der Länge nach in drei Theile gespalten, dann wurde ein Stück frisch (I), eins nach 12tägigem (II), eins nach 24tägigem Liegen (III) an der Luft untersucht und ergab sich in 100 Theilen:

I II III
Gewichtsverlust 32,81 51,30
Mark 3,74 6,06 8,96
Wasser 83,95 78,50 68,93
Zucker 9,67 11,16 15,45
Nichtzucker 2,64 4,28 6,66.

Anscheinend findet beim Liegen an der Luft eine durch Säuren veranlaſste Invertirung des Zuckers statt.

Schoſsrüben hatten einen Markgehalt von 3,42 bis 5,61 Proc.

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