Titel: Staubexplosion in einer Zuckerraffinerie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 10 (S. 243–244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi05_10

Staubexplosion in einer Zuckerraffinerie.

Nach Mittheilung von E. O. v. Lippmann in der Deutschen Zuckerindustrie, 1885 S. 1214 werden in einer Zuckerraffinerie gröſsere Mengen gemahlener Raffinade mittels einer sogen. Excelsiormühle hergestellt und in einer Siebtrommel nach den verschiedenen Körnungen sortirt; die gröberen Sorten gelangen, sobald die Säcke fertig gefüllt sind, in das Zuckermagazin, während der feine Staub (Puder), welcher besonders beim Mahlen feinerer Körnungen in gröſserer Menge entsteht und nur selten in seiner Gesammtmenge mit Vortheil verkäuflich ist, durch ein Becherwerk in ein höheres Stockwerk gehoben wird und daselbst anderweitige Verwendung zu Fabrikationszwecken findet.

Behufs einer Ausbesserung war die hölzerne Verkleidung dieses Aufzuges losgenommen und vorerst noch nicht wieder eingesetzt worden, so daſs der ganze Raum in eine dichte Wolke feinsten Staubes gehüllt war, der sich selbst |244| während der kurzen Arbeitstillstände nur langsam und unvollkommen zu Boden setzte. Als nun gegen Abend bei vollem Betriebe die dem Aufzuge zunächst liegende Gasflamme von dem hierzu beauftragten Lampenputzer wie gewöhnlich (mittels einer kleinen tragbaren Lampe) angezündet wurde, entstand im selben Augenblicke eine heftige Explosion, welche die Fenster zertrümmerte, an Decke und Fuſsboden erhebliche Zerstörung anrichtete und die Arbeiter, welche übrigens nur an Haut und Haaren versengt wurden, zu Boden warf. (Vgl. 1881 241 469. 1885 257 339.)

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