Titel: Verfahren zur Verarbeitung von Gasreinigungsmasse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 8 (S. 242–243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi05_8

Verfahren zur Verarbeitung von Gasreinigungsmasse.

Nach M. Hempel und A. Sternberg in Berlin (D. R. P. Kl. 12 Nr. 33936 vom 21. November 1884) soll man zur Gewinnung von Ferrocyanverbindungen aus alten Gasreinigungsmassen dieselben zunächst mit Wasser von 60° auslaugen, um |243| Ammonium- und Rhodanverbindungen zu entfernen. Darauf bringt man das 3- bis 5fache der theoretisch nothwendigen Menge wässerigen (etwa 10 bis 12 Proc. starken) Ammoniaks bei gewöhnlicher Temperatur zur Masse und läſst unter Umrühren das Ammoniak 10 bis 15 Minuten einwirken. Das in der Masse ursprünglich vorhandene, in Wasser unlösliche Berlinerblau geht durch die Behandlung mit wässerigem Ammoniak in eine wässerige Lösung von Ferrocyanammonium über. Diese Lösung wird von der Reinigungsmasse abfiltrirt und letztere mit warmem Wasser von etwa 60° nachgewaschen.

Das auf diese Weise gewonnene Ferrocyanammonium kann in bekannter Weise durch Fällen mit Eisenvitriol und nachherige Oxydation des Niederschlages auf Berlinerblau verarbeitet werden. Soll dagegen Blutlaugensalz dargestellt werden, so wird das Ferrocyanammonium in Apparaten, wie sie bei der Gaswasserverarbeitung gebräuchlich sind, mit Kalk einer Destillation unterworfen, bei welcher man die entweichenden Ammoniakdämpfe in Wasser oder Schwefelsäure auffängt und wobei in der Destillationsblase Ferrocyancalcium zurückbleibt, welches schlieſslich in bekannter Weise mittels Potasche in Blutlaugensalz übergeführt wird.

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