Titel: Ueber das Einsäuern von Futterkräutern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 9 (S. 243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi05_9

Ueber das Einsäuern von Futterkräutern.

Versuche von O. Kellner (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1885 Bd. 32 S. 57) über das Einsäuern von Runkelrübenblättern, Klee u. dgl. in Mieten ergaben in wasserdichten Gefäſsen einen Verlust von 22 Proc. Protein. Frei in der Miete eingelagerte Blätter erlitten folgende Verluste durch Gährung und Abflieſsen von Saft:


Eingelagert

Im fertigen
Sauerfutter

Verlust
Verlust in %
der eingelag.
Bestandth.
Rohproteïn
Fett
Rohfaser
Stickstoff freie Extractst.
Asche
Trockensubstanz
28,54
3,19
19,06
33,28
15,93
100,00
10,40
3,13
15,66
20,81
4,23
54,23
18,14
0,06
3,40
12,47
11,70
45,77
63,56
1,88
17,84
37,47
74,07
45,77
Gesammt-Stickstoff
Nicht-Eiweiſs-Stickstoff
4,566
1,711
1,664
0,716
2,902
0,955
63,56
55,81

Diese Gährung der Pflanzen, welche in ihren Hauptzügen als eine Milchsäuregährung zu betrachten ist, wird wesentlich begünstigt durch die Selbsterwärmung. Trägt man dafür Sorge, daſs die in Folge der beginnenden Gährung auftretende Wärme abgeleitet wird, so verlaufen die chemischen Veränderungen weniger stark; die Zerstörung von Trockensubstanz und die Zersetzung von Eiweiſs nehmen einen geringeren Umfang an. Es empfiehlt sich deshalb, gemauerten Mieten eine möglichst groſse Wandfläche zu geben, d. i. dieselben schmal und tief zu machen.

Bei der Gährung wasserreicher Pflanzen unter Luftabschluſs findet kein merkbarer Stickstoffverlust statt. Die bisher hierbei beobachtete, oft sehr beträchtliche Verminderung des gebundenen Stickstoffes beruht auf einem Beobachtungsfehler.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: