Titel: Zur Herstellung von Seifen aus Wollfett und Walkfett.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 13 (S. 292)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi06_13

Zur Herstellung von Seifen aus Wollfett und Walkfett.

Das Wollfett rechnet man in der Seifenfabrikation nicht zu den vollen Fetten, weil es für sich allein versotten keine oder doch nur sehr mangelhafte Seifen gibt. Zu Kernseifen kann man höchstens gleiche Theile des Wollfettes und anderer Fette zusammen zusetzen. Brauchbare Gemische sind:

Harz 600 Th. 500 Th.
Wollfett 1500 1500
Walkfett 500
Knochenfett 1500 1000

Das Sieden der Seife wird so ausgeführt, daſs erst das Knochenfett und das Walkfett vorgesotten werden mit etwa 12 bis 15grädiger Aescherlauge. Die dunkle Unterlauge wird entfernt und hierauf erst das Wollfett zugegeben; auf 100 Th. Wollfett rechnet man 100 Th. 22grädige Aescherlauge als Verseifung für genügend. Schwächere Laugen dürfen nicht angewendet werden, oder man müſste nochmals stark absalzen und die Unterlaugen entfernen, was natürlich die Seifen heller macht. Damit diese Seifen aber fest werden, müssen dieselben tief eingedampft werden. Man setzt als Abrichtelaugen dann starke Laugen zu, kann auch als Kürzung im Sommer etwas calcinirte Soda überstreuen.

Die Seifen, welche aus beiden rohen Fetten gesotten werden, verbessern sich sehr durch einen Zusatz von rohem Palmöl. Das Sieden wird bei den stark gefärbten Fetten mehrmals wiederholt und mit nicht schwächeren Laugen als von etwa 16° B. ausgeführt. Eine mit schwacher Lauge gesottene Seife, welche mit viel Salz getrennt wird, entfärbt sich fast gar nicht; nur ein Ueberschuſs von Lauge bewirkt dies. Es bildet sich sehr leicht runder Kern; doch bleibt die Seife weich. Man siedet daher am besten erst das Walkfett für sich und setzt, sobald dieses so weit als möglich entfärbt ist, das Harz zu. Doch ist es nicht vortheilhaft, von letzterem mehr als 15 Proc. zu nehmen. Nach dem Zusätze von Harz, welches gleich die vorhandene Schärfe aufnimmt, wird die Seife abgedampft, bis die Proben die gewünschte Zähigkeit zeigen. (Nach dem Seifenfabrikant, 1885 S. 542.)

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