Titel: Zur elektrolytischen Verarbeitung von Zinkschaum.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 9 (S. 291)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi06_9

Zur elektrolytischen Verarbeitung von Zinkschaum.

Das Königliche Hüttenamt in Friedrichshütte (D. R. P. Kl. 40 Nr. 33589 vom 13. Mai 1885) will den bei der Entsilberung des Werkbleies mittels Zink fallenden Zinkschaum, welcher aus etwa 90 Proc. Blei, 8 bis 10 Proc. Zink und 0,5 bis 2 Proc. Silber besteht, dadurch zur weiteren Verarbeitung durch Abtreiben geeignet machen, daſs derselbe in fein gekörntem Zustande auf dem mit Bleiblech hergestellten Boden eines Holzgefäſses ausgebreitet wird. Das Gefäſs wird alsdann mit dem aus Zinkvitriollösung bestehenden Elektrolyt so weit wie nöthig angefüllt und dem Zinkschaum als Kathode ein wagerechtes Zinkblech in geeigneter Entfernung gegenüber gehängt. Verbindet man nun dieses Zinkblech mit dem negativen und das unten liegende Bleiblech mit dem positiven Pole einer hinreichend starken Elektricitätsquelle, so schlägt sich durch die Einwirkung des elektrischen Stromes auf der Kathode Zink nieder und aus dem Zinkschaum wird eine entsprechende Menge Zink gelöst, so daſs die Lösung annähernd ihre Concentration bewahrt. Diese Umsetzung geht so lange vor sich, bis ein so groſser Theil aus dem Schaum entfernt ist, daſs der Rest, etwa die Hälfte des ursprünglichen Gehaltes, durch das Uebermaſs des Bleies umhüllt und dadurch vor der Auflösung geschützt ist. In diesem Augenblicke wird die Arbeit unterbrochen; der Zinkschaum wird herausgenommen, ausgewaschen und getrocknet und darauf einem Saigerprocesse unterworfen. Durch das Saigern scheidet sich das Blei in einen von Zink hinreichend befreiten, leicht schmelzbaren Theil, welcher vertrieben wird, und in einen an Zink reichen Theil, der seine feinkörnige Beschaffenheit bewahrt; letzterer, dessen Zusammensetzung der des ursprünglichen Zinkschaumes annähernd gleich ist, wird von neuem genau demselben Verfahren unterworfen, d.h. er wird elektrolytisch von einem Theile seines Zinkes befreit und wiederum gesaigert.

Durch das Saigern erhält man wieder Reichblei, welches ebenfalls zum Treibprocesse gelangt, und feinkörnigen, unverändert gebliebenen Zinkschaum, welcher wieder elektrolytisch entzinkt wird. In dieser Weise wechseln Elektrolyse und Saigerung fortwährend mit einander ab, wobei jedesmal die erstere einen Theil des Zinkes, die letztere einen Theil des Bleies und Silbers in verwendbarer Form liefert, während der Rest der drei Metalle wesentlich unverändert bleibt und derselben Behandlung wieder unterworfen wird.

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