Titel: Ersatz für Ofenklappen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 3 (S. 334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi07_3

Ersatz für Ofenklappen.

Die vielfach verbotenen Ofenklappen hatten die unbestreitbare Eigenschaft, bei ihrem Abschlusse die Wärme längere Zeit im Ofen zurück zu halten und dadurch eine länger andauernde Erwärmung des zu heizenden Raumes zu bewirken, als es bei Oefen ohne Klappe der Fall ist; die Meinung, daſs die luftdicht schlieſsenden Ofenthüren die gleiche Wärmeaufspeicherung im Ofen erzielen, hat sich nicht bewahrheitet. Wie R. Habermann in der Deutschen Bauzeitung, 1885 * S. 507 ausführt, entsteht nämlich auch bei dicht geschlossener Ofenthür im Ofen eine Luftbewegung, wenn, wie dies gewöhnlich der Fall ist, das Rauchrohr unmittelbar wagrecht vom Ofen in den Schornstein führt. Es werden die im Schornsteine befindlichen warmen Rauchgase durch von oben einfallende kalte Luft hinausgetrieben und, da der Schornstein durch das wagrechte Rauchrohr in ungehinderter Verbindung mit dem Ofen sich befindet, so flieſst die kalte Luft auch in diesen und treibt die heiſsen Rauchgase heraus, in Folge dessen der Ofen in kurzer Zeit abkühlt. Damit nun dieser Austausch der heiſsen Gase des Ofens mit der kalten, in dem Schornsteine niedersinkenden Luft nicht stattfinden kann, empfiehlt Habermann, das Rauchrohr nicht unmittelbar wagrecht in den Schornstein zu leiten, sondern dasselbe erst abwärts und dann wagrecht oder wieder aufwärts zu führen. Wenn hierzu hinter dem Ofen nicht genügend Platz ist, so kann auch das Rohr zunächst aufwärts und dann wieder abwärts nach dem Schornsteine geführt werden. Es werden dann stets die heiſsen Gase im Ofen durch eine im unteren Rohrtheile sich bildende kalte Schicht vom Schornsteine abgesperrt sein und letztere wird wegen ihrer gröſseren specifischen Schwere nicht von den warmen leichteren Gasen verdrängt werden können.

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