Titel: Eine neue Baumwollfaser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 4 (S. 334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi07_4

Eine neue Baumwollfaser.

Nach einer Mittheilung von H. Danzer im Génie civil, 1885/86 Bd. 8 S. 159 soll Subers in Mâcon im Staate Georgia, Nordamerika, durch Kreuzung des in Florida wild wachsenden Baumwollstrauches mit der daselbst vorkommenden gemeinen Ockererbse (ochre commune, wie Danzer schreibt, dann allerdings eine unmögliche Kreuzung, Red.) eine Bastardpflanze gezüchtet haben, mit Blättern der ersteren und mit dem Stengel der letzteren Pflanze. Blüthe und Frucht des neuen Gewächses erinnern jedoch in nichts an die sie zeugenden Pflanzen. Der Stengel der Subers'schen Baumwollpflanze trägt nur eine groſse, schöne, der Magnolie ähnliche Blüthe und wechselt die Farbe derselben bis zur Reife wie bei der gewöhnlichen Baumwollblüthe; vor dem Verblühen ist die ursprünglich weiſse Blüthe brennend roth. Die Blüthe hinterläſst einen ziemlich groſsen Kopf, aus welchem sich nach etwa 10 Tagen eine Kapsel so groſs wie die der gewöhnlichen Baumwolle bildet. Diese Kapsel wächst aber fort und soll die Gröſse einer Cocosnuſs erreichen, welche aufbricht und voll von schönen weiſsen Fasern ist. Die Kapsel ist dann auch zu pflücken. Nicht nur die Gröſse der neuen Frucht, welche eine wesentliche Ersparniſs an Handarbeit bei der Ernte ergeben würde, sondern auch der Umstand müſste der neuen Pflanze eine groſse Bedeutung sichern, daſs die 7 oder 8 Samenkörner am Boden der Kapsel beisammen sitzen – und nicht vertheilt, wie gewöhnlich –, was die Kosten der Reinigung (des Entkörnens, des sogen. Egreniren) erheblich vermindern würde.

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