Titel: Zur Bestimmung der Diastasewirkung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 6 (S. 335–336)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi07_6

Zur Bestimmung der Diastasewirkung.

Um die diastatische Wirkung von Malzauszügen zu messen, hat C. J. Lintner (Zeitschrift für das gesammte Brauwesen, 1885 S. 281) das Verfahren von Kjeldahl dahin vereinfacht, daſs er bei Herstellung der Versuchslösung die Verflüssigung der Stärke durch verdünnte Säure ausführt.

Es werden 2g lufttrockene Stärke mit 10cc einer 0,1 procentigen Salzsäure und 60cc Wasser in verschlossener Flasche 30 Minuten lang auf dem Wasserbade erhitzt. Dann wird die Salzsäure durch Natronlauge genau neutralisirt und die Lösung zu 100cc aufgefüllt. Zur Herstellung des Malzauszuges werden 25g Malz fein gemahlen bezieh. gequetscht mit 500cc Wasser 6 Stunden lang bei gewöhnlicher Temperatur behandelt und dann wird filtrirt.

Zur Ausführung der Bestimmung bringt man in 10 Reagirröhrchen von mindestens 2cm lichter Weite je 10cc der Versuchsflüssigkeit und läſst aus einer 0cc,05 getheilten Bürette der Reihe nach 0,1, 0,2 bis 1cc,0 des Malzauszuges flieſsen, bemerkt die Zeit, wenn alles zugegeben ist, führt durch Schütteln eine innige Mischung zwischen Diastase und Versuchsflüssigkeit her und läſst die Diastase genau 1 Stunde bei Zimmertemperatur von 170 wirken. Nach Ablauf dieser Zeit gibt man in jedes Röhrchen 5cc Fehling'scher Lösung, führt durch Neigen und gelindes Schütteln die Vermischung derselben mit der Versuchsflüssigkeit herbei und setzt den Halter mit den Röhrchen 10 Minuten in kochendes Wasser. Je nach der Menge des vorhandenen Zuckers, welche wieder abhängig ist von der Menge der angewendeten Diastaselösung, werden verschiedene Mengen der Fehling'schen Lösung reducirt sein, so daſs die über dem Kupferoxydul stehende Flüssigkeit, je nach der Menge der unveränderten Kupferlösung, blau mit abnehmender Stärke durch farblos bis braun erscheinen wird. Es werden sich in der Reihe zwei Röhrchen finden, wovon der Inhalt des einen schwach blau gefärbt ist, der des anderen farblos oder gelb erscheint. In dem einen Röhrchen ist dann ein geringer Ueberschuſs an nicht reducirter Kupferlösung vorhanden, während in dem anderen eben alles Kupferoxyd durch den vorhandenen Zucker reducirt ist.

Bei Grünmalzuntersuchungen waren meist 0,1 bis 0cc,2 des Malzauszuges |336| erforderlich, um 5cc Fehling'sche Lösung zu reduciren. Dies gab Veranlassung, die diastatische Kraft gleich 100 zu setzen, wenn 0cc,1 des Auszuges von 25g Malztrockensubstanz mit 500cc Wasser unter den angegebenen Bedingungen 5cc Fehling'sche, Lösung reduciren. Sind z.B. von Darrmalz 0cc,75 Auszug erforderlich, so ist die diastatische Kraft 100 : 7,5 = 13,3. Von Grünmalz 9 Tage auf der Tenne waren 0cc,2 Auszug erforderlich, Wirkungswerth daher 50 oder auf Trockensubstanz berechnet 92.

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