Titel: Neuerung im Verfahren zum Bedrucken von Gespinnstfasern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 12 (S. 384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi08_12

Neuerung im Verfahren zum Bedrucken von Gespinnstfasern.

Beim Bedrucken der Gespinnstfasern mit solchen Farbstoffen, welche als Tanninverbindungen fixirt werden, verwendete man bisher Mischungen, welche auſser dem Farbstoffe, der Verdickung u. dgl. noch Weinsäure, Methyl- oder Aethylweinsäure enthielten. Diese genannten Säuren sollen sich jedoch nach Angabe der Farbwerke vormals Meister, Lucius und Brüning in Höchst a. M. (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 34515 vom 8. Mai 1885) mit Vortheil durch Lävulinsäure ersetzen lassen, welche billig ist, beim Dämpfen die Faser nicht angreift und eine schönere Entwickelung des Farbstoffes veranlaſst. Auch die Essigsäure läſst sich beim Zeugdruck durch Lävulinsäure ersetzen, so z.B. beim Bedrucken des Stoffes mit Alizarin oder Farbstoffen, welche in ähnlicher Weise wie das Alizarin als Thonerde- oder Chromlacke auf der Faser befestigt werden; es hat die Lävulinsäure vor der Essigsäure den Vorzug, daſs sie mit Wasserdampf nicht flüchtig ist, also beim Dämpfen des bedruckten Gewebes nicht entweicht.

Zweckmäſsig verwendet man beim Drucken lävulinsäure Salze der Farbbasen oder Mischungen der Farbstoffe mit Lävulinsäure; man erhält solche, indem man in einer Naſsmühle die Lävulinsäure mit der getrockneten oder besser noch etwas feuchten Farbbase oder dem Farbstoffe so lange mahlt, bis eine vollständige Mischung erreicht ist. So bedruckt man z.B. den Stoff mit nachstehender Mischung:

183 Th. Druckblau (Indulin) als Paste, 25 proc.
500 Lävulinsäure
40 Oelemulsion
630 Essigsäure-Stärkeverdickung
100 Traganth-Tannin (50 Th. Traganthschleim und 50 Th. Tannin)

und entwickelt die Farbe dann durch Dämpfen des bedruckten Stoffes.

Das sogen. „Lävulinblau“ (Mischung von lävulinsaurem Indulin mit Lävulinsäure) wird durch Eintragen von 1 Th. feuchter Indulinbase in 3 Th. Lävulinsäure und innige Vermischung erhalten; das Product bildet eine zähflüssige Masse, welche in dieser Gestalt in den Handel gebracht wird und unmittelbar (unter Zusatz einer Verdickung) beim Zeugdruck benutzt werden kann.

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