Titel: Ueber Malzpepton.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 10 (S. 431–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi09_10

Ueber Malzpepton.

F. Szymanski (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1886 Bd. 32 S. 389) hat zur Gewinnung von Malzpepton Gerste und Malz mit kaltem Wasser ausgezogen, die durch Erhitzen auf dem Dampf bade ausgeschiedenen Eiweiſsstoffe abfiltrirt, die Lösungen nach der Neutralisation mit sehr verdünnter Natronlauge eingeengt und mit Essigsäure bis zur stark sauren Reaction und mit so viel Kochsalz versetzt, bis nach wiederholtem kräftigem Schütteln ein Theil des Salzes Ungelöst blieb. Das Filtrat wurde mit Phosphorwolfram säure ausgefällt, der Niederschlag mit heiſsem, Schwefelsäure haltigem Wasser ausgewaschen und mit Barytwasser unter gelindem Erwärmen auf dem Wasserbade zerlegt. Nach dem Erkalten wurde die Flüssigkeit von den auskrystallisirten Salzen abgegossen und von dem Barytüberschusse durch verdünnte Schwefelsäure befreit. Als sie dann mit basischem Bleiacetat einen Niederschlag gab, welcher auch panische Bestandtheile enthielt, und beim Eindampfen und Einäschern einen beträchtlichen Gehalt an Salzen zeigte, wurde sie mit Bleihydrat in der Kälte gehandelt und nach der Entfernung des Bleiüberschusses durch verdünnte Schwefelsäure unter Zusatz von einigen Krystallen Salicylsäure dialysirt. Sobald der Aschengehalt der Flüssigkeit sich nicht mehr erheblich verminderte, |432| wurde die Dialyse, zumal da mit den Salzen auch etwas Pepton durch die Pergamenthaut hindurchging, unterbrochen, der Inhalt der Schläuche filtrirt, bis zur Syrupdicke eingedampft und in 96 procentigen Alkohol gegossen. Der erhaltene Niederschlag glich in jeder Beziehung demjenigen, welchen man durch Fällung einer mäſsig concentrirten Fibrinpeptonlösung mit Alkohol bekommt. Gerste und Malz ergeben nur geringe Mengen von Pepton.

Weitere Versuche ergaben, daſs in neutraler wässeriger Lösung weder das Fibrinpepton, noch das Malzpepton durch Kupferoxydhydrat gefällt wird, daſs sie im Gegentheile das Kupferoxydhydrat zu lösen vermögen und daſs sie mittels dieses Reagens von Eiweiſskörpern getrennt werden können. Malz- bezieh. Würzepepton stimmen in allen wesentlichen Eigenschaften mit dem Fibrinpepton überein, da es namentlich die Biuretreaction mit diesem letzteren theilt, ebenso wie dieses optisch activ ist (αD = – 52,8°) und durch Natriumsulfat und Essigsäure nicht niedergeschlagen wird. Die Angaben von Grießmayer (1877 225 175) sind daher nicht richtig.

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