Titel: Elektrische Beleuchtung der Schiffe bei Nachtfahrt im Suez-Kanale.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 5 (S. 429–430)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi09_5

Elektrische Beleuchtung der Schiffe bei Nachtfahrt im Suez-Kanale.

Vom 1. December 1885 ab ist den Kriegsschiffen und den Postschiffen (etwa 0,22 des ganzen Verkehres des Suez-Kanales) gestattet, bei Nacht die etwa 0,42 der ganzen Kanallänge ausmachende Strecke zwischen Port Said und dem 54. Kilometer zu durchfahren, wenn sie am Vorderende einen elektrischen Lichtausstrahler von 1200m Tragweite, am Hintertheile eine elektrische Lampe, welche einen Kreis von 200 bis 300m Durchmesser erleuchtet, und |430| auf jeder Seite eine elektrische Lampe mit Reflector besitzen. Geht ein die Nachtfahrt machendes Schiff in dem Ausweichhafen vor Anker, so hat es die elektrischen Lichter zu löschen und die für diese Plätze vorgeschriebenen Nachtsignale und Maſsregeln zu benutzen. Fahren mehrere Schiffe hinter einander und kommt eines derselben zum Stillstehen, so hat das letztere sogleich ein rothes Licht auf der Mastspitze aufzuziehen und 3mal kurz und rasch hinter einander zu pfeifen. Die bei Nacht zwischen Port Said und dem 54. Kilometer arbeitenden Bagger erhalten an der Spitze rothes Licht; nähert sich denselben ein Schiff, so hat dasselbe 3 Raketen steigen zu lassen und der Bagger antwortet mit einer Rakete. Die Ausweichesignale sind: 3 rothe Lichter über einander für „Langsam fahren,“ 2 rothe Lichter über einander für „in den Ausweicheplatz,“ 1 rothes Licht für „Weiterfahren.“ Sollen diese Signale für ein von Norden kommendes Schiff gelten, so wird ein weiſses Licht über den rothen hinzugefügt und für von Süden kommende Schiffe unter den rothen. – Für die elektrische Beleuchtung des Kanales in seiner ganzen Länge haben Gaulard und Gibbs einen Plan entworfen unter Benutzung ihrer Secundärgeneratoren (vgl. 1884 251 * 431); die Ausführung dieses Planes würde nach der Zeitschrijt für Elektrotechnik, 1885 S. 697 erfordern für Kabel 571000 M., für Motoren 340000 M., für Dynamomaschinen 340000 M. und für Generatoren, Lampen, Lampenträger 384000 M., zusammen 1635000 M. Die jährlichen Unterhaltungskosten würden sich auf 800000 M. belaufen.

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