Titel: Davis' Sicherungsverschluſs an Eisenbahnsignalen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 3 (S. 472–473)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi10_3

Davis' Sicherungsverschluſs an Eisenbahnsignalen.

Nach Engineering, 1885 Bd. 40 * S. 536 hat sich H. L. Davis, Beamter der Great Eastern Eisenbahn, eine Verschluſsvorrichtung an Eisenbahnsignalen |473| patentiren lassen, welche bewirken soll, daſs zwei Signale, welche, wenn sie gleichzeitig auf frei gestellt würden, einen Zusammenstoſs zweier Züge veranlassen können, selbst dann nicht auf frei gestellt werden können, wenn an dem die Signalstellung bewirkenden Drahtzuge oder Gestänge des einen ein Bruch oder eine sonstige Beschädigung und Störung erst dann eintritt, nachdem das Signal auf frei gestellt worden ist. Dazu ist an jedem der beiden Signalflügel ein Haken angebracht, welcher zugleich mit der Stellung des anderen Flügels bewegt wird und, wenn z.B. der erste Signalflügel auf frei (in England nach unten) gestellt wird, sich dem zweiten Signalflügel, wenn er in wagrechter Lage, d.h. auf halt steht, sperrend vorlegt und dessen gleichzeitige Stellung auf frei unmöglich macht, dagegen, wenn der zweite Flügel auf frei steht, an denselben anstöſst und von diesem in seiner eigenen Bewegung gehindert wird. Die Stellung jedes Flügels und des Hakens am andern Flügel wird mit einem und demselben Stellhebel im Centralapparate ausgeführt. Wenn nun der Signalwärter diesen Stellhebel auf halt zurückstellt, inzwischen aber eine Beschädigung des Signalzuges eingetreten ist, so daſs der betreffende Flügel weder durch die Zugvorrichtung auf halt gestellt wird, noch etwa wegen der Gröſse der vorhandenen Reibungswiderstände von selbst in die Haltstellung zurückzugehen vermag, vielmehr in der Stellung auf frei verharrt, so wird der Signalwärter doch nicht das zweite Signal gleichzeitig auf frei zu stellen im Stande sein, weil der mit letzterem zugleich zu bewegende Haken an dem noch auf frei stehenden ersten Signale durch letzteres an der Bewegung gehindert ist. Da sich diese Verhinderung des Hakens auch am Stellhebel merklich macht, so spürt dabei zugleich der Signalwärter, daſs in der Signalanlage eine Störung eingetreten ist. Die Ausführung haben Saxby und Farmer in London übernommen.

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