Titel: Zur Verwendung der Salicylsäure in der Brauerei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 10 (S. 522–523)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi11_10

Zur Verwendung der Salicylsäure in der Brauerei.

Die Frage, ob Salicylsäure in der Brauerei verwendet werden darf, wird noch immer sehr verschieden beurtheilt (vgl. 1885 256 423). Nach Willemer (Zeitschrift für das gesammte Brauwesen, 1885 S. 90) kann ihre Verwendung in den Bierbrauereien Bayerns lediglich vom Standpunkte des Malzaufschlaggesetzes aus beanstandet werden.

H. Vogel (daselbst S. 197) unterscheidet, ob Bier mit Salicylsäure versetzt ist, damit es gesund bleibt, oder ob bereits krankes Bier nothdürftig durch Salicylsäure zum Genüsse hergerichtet wird. Nur im letzteren Falle liegt eine gewinnsüchtige Täuschung des Publicums vor.

Nach E. Prior (Denkschrift betreffend die Verwendung der Salicylsäure in der bayerischen Bierbrauerei. Würzburg 1886) ist es nachgewiesen, daſs die Salicylsäure in der Mälzerei, dem Sudverfahren, zur Conservirung der Hefe, zur Regelung der Gährung und Haltbarmachung der Biere für das Brauwesen ein |523| willkommenes Hilfsmittel bietet. Namentlich für die Erhaltung leichter und billiger Biere, sowie zur Haltbarmachung der für den überseeischen Transport (vgl. 1885 256 424) bestimmten Biere soll Salicylsäure durchaus unentbehrlich sein.

Die dem Getreide beim Mälzen zugegebene Salicylsäure wird gröſsentheils mit dem Weichwasser ausgewaschen, der Rest verflüchtigt sich beim Darren. Die der Würze zugesetzte Salicylsäure wird gröſstentheils bei der Gährung abgeschieden.

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