Titel: Zur Verwendung von Kürbis in Spiritusbrennereien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 13 (S. 523)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi11_13

Zur Verwendung von Kürbis in Spiritusbrennereien.

R. Ulbricht (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1885 Bd. 32 S. 231) fand für sogen. Herrenkürbis im Mittel folgende Zusammensetzung:


Bestandtheile
Frucht-
schalen
Frucht-
fleisch
Samen-
gehäuse
Samen-
schalen
Samen-
inneres
Ganze
Frucht
Wasser 83,5 89,0 90,6 32,6 24,7 86,75
Proteïnstoffe 2,0 1,1 1,7 11,7 27,3 1,8
Fett 0,6 0,1 0,2 1,1 38,9 0,8
Stickstoff freie Nährstoffe 10,5 7,7 5,2 14,4 4,2 7,95
Rohfaser 2,6 1,3 1,0 39,6 1,4 1,8
Mineralstoffe 0,8 0,8 1,3 0,6 3,5 0,9

100 Th. Saft des Fruchtfleisches verschiedener Kürbissorten enthalten 3,8 bis 8 Proc. Zucker.

Es wurden nun 185k Fruchtfleisch verschiedener besserer Kürbissorten zerrieben, zu 396l verdünnt, mit Hefe angestellt und nach der Gährung destillirt, wobei 610 Literprocent Alkohol erhalten wurden. Es wurden ferner 570k Fruchtfleisch verschiedener im botanischen Garten der Akademie zu Ung.-Altenburg erbauter Kürbissorten verarbeitet. Der Rohstoff wurde im Dämpffasse gedampft, dann mit Leichtigkeit auf einer Kartoffelquetsche in Brei verwandelt, dieser zu 624l verdünnt und mit Preishefe angestellt. Die während der Gährung stark verdickte Maische gab bei der nach 42 Stunden vorgenommenen Destillation 1182 Literprocent Alkohol oder 207 Literprocent für 100k frisches Fruchtfleisch mit 10,6 Proc. Trockensubstanz und 1954 Literprocent für 100k Trockensubstanz.

Vor der Hand hat der Kürbis nur dadurch eine gewisse wirthschaftliche Bedeutung, daſs er ohne erhebliche Erzeugungskosten groſse Mengen eines bei geeigneter Verwendung wahrscheinlich beachtenswerthen Nahrungs- und Futtermittels liefert. Wenn und wo der Anbau des Kürbis für diese Zwecke oder – wenn weiter veredelt – als Material für den Brennereibetrieb angezeigt ist, dann gewinnt er durch den Oelgehalt seiner Samen noch weitere Bedeutung. In dieser Beziehung wäre es erwünscht, die Oelgewinnung durch Einführung einer Samenschälmaschine und durch fabrikmäſsige Verarbeitung mittels hydraulischer Pressen oder durch Extraction auf eine bessere Grundlage zu stellen und durch die Rückstände von der Oelbereitung die Gewinnung eines höchst werthvollen Kraftfuttermittels anzustreben.

100k entschälte Samen liefern 30 bis 35k eines trocknenden Oeles, welches frisch als Speiseöl verwendet wird.

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