Titel: Lüftung von Fabrikräumen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 6 (S. 521)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi11_6

Lüftung von Fabrikräumen.

In der Baumwollspinnerei von M. May und Comp. in M.-Gladbach sind zur Lüftung der Arbeitssäle die Tragsäulen in folgender Weise benutzt: Die über einander stehenden hohlen Säulen sind mit einander derart verbunden, daſs sie vom Fuſsboden durch die Stockwerke hindurch bis zum Dache eine durchgehende Röhre bilden, welche über das Dach noch ein Stück hinausgeführt und mit einem Windhut bekrönt ist. In jedem Stockwerke nahe an der Decke ist ein Theil der Säulen mit je einem runden Loche versehen, das durch einen Schieber mittels einer Stange geschlossen werden kann, so daſs jede durchgehende Säule aus einem Stockwerke die Abluft aufnimmt und über Dach leitet. Der Textile Manufacturer hat neuerdings diese allerdings sehr einfache Lüftungseinrichtung wieder empfohlen und deutsche Zeitschriften haben gleichfalls lobend auf diese Anordnung aufmerksam gemacht. Gegen diese Empfehlung wendet sich Prof. G. Recknagel im Bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1885 S. 385, indem er ausführt, daſs die Wirkung einer Vorrichtung, welche nur den zufälligen Temperaturunterschied zwischen dem Gebäude und seiner Umgebung zu Lüftungszwecken ausnutzt, nicht genügend sein kann, um so mehr, als bei der erwähnten Einrichtung nur eine Luftabführung eingeleitet wird. Es wird dann der Ersatz für die abgeführte Abluft durch Zuströmen der Luft aus einem unteren Stockwerke in das darüber liegende durch die in Fabriken meist dünne Zwischendecke eintreten, also die schlechte Luft der unteren Stockwerke in die oberen gelangen und nur im Erdgeschosse ein vermehrtes Eintreten von Keller- oder Grundluft entstehen, was auch nicht wünschenswerth ist. Recknagel empfiehlt daher, die Lüftung durch Bläser oder Sauger einzuleiten, deren Betrieb in Fabriken keine Schwierigkeit macht.

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