Titel: Ueber die Werthbestimmung von Gaskohle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 10 (S. 571)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi12_10

Ueber die Werthbestimmung von Gaskohle.

W. L. Wright bespricht in einer längeren Abhandlung im Journal of the Society of Chemical Industry, 1885 S. 656 die Prüfung von Gaskohlen und unterscheidet: 1) Laboratoriumsanalyse zur Bestimmung von Feuchtigkeit, flüchtigen Bestandtheilen, Koke und Schwefel und 2) praktische Untersuchung durch Destillation in einer kleinen Eisenretorte oder in Thonretorten, welche mit den nöthigen Kühlapparaten versehen sind.

Die einfache Bestimmung der Bestandtheile der Kohlen gibt wenig Anhaltspunkte über die aus der Kohle im Groſsen zu erwartende Gasausbeute. Von gröſserer Wichtigkeit für den Leuchtgasfabrikanten ist die Prüfung der Kohle durch Destillation. Wenn dieselbe im Kleinen in eisernen Retorten ausgeführt wird, so sind die Ergebnisse aber auch nur annähernd richtig.

Da bei diesen Versuchen aller Verlust leicht vermieden werden kann, sind die Ausbeuten gewöhnlich etwas höher als die nachher im Groſsen erhaltenen. Man bestimmt das Volumen des Leuchtgases, dessen Leuchtkraft und die Kokesausbeute. Da die Gase in den Röhren nicht vollkommen von Ammoniak und Theer befreit werden, lassen sich letztere nicht genau bestimmen. Für groſse Gasfabriken ist eine noch genauere Kenntniſs der Kohlen, als sie obiges Verfahren liefert, von höchster Wichtigkeit. Die Gasfabrik in Nottingham hat deshalb eine eigene kleine Gasfabrik zu Destillationsversuchen im gröſseren Maſsstabe errichtet. Mehrere Retortenöfen wurden mit eigenen Waschthürmen, Gasreinigern und einem Gasometer verbunden. Während der Zeit, in welcher keine Versuche ausgeführt wurden, können die Gase wie früher durch die groſsen Absorptionsapparate in den groſsen Gasometer geleitet werden. Die einzelnen Versuche dauern durchschnittlich eine Woche. Die Leuchtgasmenge, Kokes, Theer und Ammoniak werden täglich bestimmt. Die so erhaltenen Ausbeuten stimmen sehr genau mit den nachher beim regelmäſsigen Arbeiten erhaltenen Ausbeuten überein.

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