Titel: Ueber die Werthbestimmung roher Steinkohlentheernaphta.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 16 (S. 572)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi12_16

Ueber die Werthbestimmung roher Steinkohlentheernaphta.

Die Steinkohlentheernaphta wird gewöhnlich durch Destillation aus tubulirten Retorten mit in die Flüssigkeit eintauchendem Thermometer geprüft. Der bis 120° destillirende Theil beträgt durchschnittlich 30 Proc. und wird diese Zusammensetzung daher gewöhnlich auch als Grundlage für Kauf und Verkauf von Naphta angenommen. G. E. Davis macht im Journal of the Society of Chemical Industry, 1885 S. 645 darauf aufmerksam, daſs diese Prüfungsweise nicht befriedigend ist. Der Werth der Rohnaphta ist bedingt durch ihren Gehalt an Benzol, Toluol und Solvent naphta. Die einfache Destillation gibt aber weder Aufschluſs über den verhältniſsmäſsigen Gehalt an diesen Verbindungen, noch über die nachher im Groſsen erzielte Ausbeute an nieder siedenden Kohlenwasserstoffen. Viele derselben werden durch das im Groſsen vorgenommene Waschen mit Alkali und Säure entfernt. Davis beschreibt folgendes Verfahren, welches genaue Zahlen liefert: 200cc Rohnaphta werden mit 20cc concentrirter Schwefelsäure in einem 300cc haltigen Scheidetrichter 5 Minuten lang geschüttelt. Dann läſst man nach dem Absetzen die Säure sorgfältig ablaufen und wäscht zwei Mal mit je 30cc Wasser. Nachher fügt man 30cc Aetznatronlauge (1,06 sp. G.) zu der Naphta und wäscht wieder mit Wasser aus. Durch Messen der rückständigen Naphta bestimmt man die in Säure und Alkalien löslichen Bestandtheile. Dann wird die Hälfte der gereinigten Naphta in einem mit einer Henninger'- oder Glinsky'schen Röhre versehenen Kolben destillirt. Dabei wird die Destillation so geleitet, daſs alle 2 Secunden ein Tropfen fällt. Der bis 120° übergehende Theil wird getrennt aufgefangen und ebenso der Theil von 120 bis 1700. Die erste Fraction besteht wesentlich aus Benzol und Toluol, die zweite ist sogen. Solvent naphta. Dieses Verfahren gestattet eine bedeutend sicherere Schätzung des Werthes von Rohnaphta.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: