Titel: Herberts' Apparat zur Verwerthung flüssiger Kohlensäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1886, Band 259/Miszelle 6 (S. 569–570)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj259/mi259mi12_6

Herberts' Apparat zur Verwerthung flüssiger Kohlensäure.

Bei einem neueren Apparate zur Verwendung flüssiger Kohlensäure zum Treiben von Motoren von H. Herberts in Barmen (* D. R. P. Kl. 12 Zusatz Nr. 33626 vom 15. März 1885, vgl. 1885 258 * 181) geht die Kohlensäure aus dem mit kohlensaurem Kalium oder Natrium gefüllten liegenden Kessel mit Rührwerk durch ein mit kochendem Wasser gefülltes Gefäſs zum Motor und durch ein Rohr in den Kessel zurück, um hier Bicarbonat zu bilden. Dieser Apparat ist leichter als der frühere. Auſserdem wird nach Herberts' Angabe auch noch eine gröſsere Wirkung durch den Motor erzielt, da durch die |570| kochende Flüssigkeit in dem Wärmegefäſse die Kohlensäure sehr stark erwärmt wird und sich dadurch weiter ausdehnt. Durch die kochende Flüssigkeit werden keine besonderen Unkosten verursacht; denn an den Endstationen, wo das Bicarbonat wieder zersetzt und die Kohlensäure zu flüssiger Kohlensäure verdichtet wird, wobei Wärme frei wird, kann kochendes Wasser oder eine andere warme Flüssigkeit in genügender Menge gewonnen werden. Dieser Apparat läſst sich angeblich sowohl für Straßenbahnbetrieb, als auch in Bergwerken u.s.w. mit Vortheil anwenden.

Nach weiteren Vorschlägen soll das Wärmegefäſs wegfallen und zwischen dem Kohlensäurebehälter und dem liegenden Kessel ein Rohrsystem eingeschaltet werden, welches an den Wänden eines Theaters, Concertsaales, Wohn- oder Schlafzimmers angebracht ist, um die Luft in diesen Räumen zu kühlen. – Dieser Vorschlag wird praktisch kaum ausführbar sein, da entweder die beabsichtigte Kühlung im Verhältnisse zu den Anlagekosten zu unbedeutend ist, oder sich auf den Röhren Wasser niederschlagen wird, welches dann abtropft, was keinesfalls angenehm sein kann.

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